Maskiert und bewaffnet soll er sie überfallen haben. Mindestens drei Jahre Haft drohen.

Mönchengladbach. Was der Staatsanwalt vorliest, klingt nach einem Horrorfilm: Am 10. März 2010 soll der 45 Jahre alte J. seine Ex-Frau in deren Wohnung in Mönchengladbach vergewaltigt haben. Um nicht erkannt zu werden, soll er sich dabei ein Bettlaken mit Sehschlitzen über den Kopf gezogen haben. Außerdem soll er – um die Frau einschüchtern und gegebenenfalls fesseln zu können – ein Brotmesser und Kabelbinder bei sich gehabt haben. Obwohl ihm in einem Handgemenge das Laken heruntergerutscht sei, habe er seinen Vergewaltigungsplan in die Tat umgesetzt.

Angeklagter will sich noch nicht zur Sache äußern

Bei den Worten des Staatsanwalts schüttelt der bieder wirkende Angeklagte mehrfach den Kopf. Erst kommenden Montag, am nächsten Prozesstag, will er sich zur Sache äußern. Stattdessen erzählt er zunächst aus seinem Leben. Wie er und seine Frau sich scheiden ließen – weil seine Schwiegereltern die Beziehung nicht schätzten –, jedoch heimlich weiter als Eheleute lebten. Und wie es zu Arbeitslosigkeit, Mietschulden und einem Gefängnis-Aufenthalt gekommen sei. Nach einem Herzinfarkt und verschiedenen Operationen ist er seit September 2011 arbeitsunfähig.

Weil es sich wegen des vollzogenen Beischlafs und des mitgebrachten Messers um einen besonders schweren Fall der Vergewaltigung handeln könnte, droht J. eine Haftstrafe von mindestens drei Jahren. ahl

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