In der Kantine der Gesamtschule Hardt wird bargeldlos kassiert – davon profitieren viele.

Es ist ein ungewöhnliches Projekt, das in der Gesamtschule Hardt jetzt startet: Die Schüler zahlen in der Kantine ab sofort mit einer Geldkarte. Das technische System, das dahinter steckt, finanzieren deutsche Kreditinstitute.
Es ist ein ungewöhnliches Projekt, das in der Gesamtschule Hardt jetzt startet: Die Schüler zahlen in der Kantine ab sofort mit einer Geldkarte. Das technische System, das dahinter steckt, finanzieren deutsche Kreditinstitute.

Es ist ein ungewöhnliches Projekt, das in der Gesamtschule Hardt jetzt startet: Die Schüler zahlen in der Kantine ab sofort mit einer Geldkarte. Das technische System, das dahinter steckt, finanzieren deutsche Kreditinstitute.

dpa

Es ist ein ungewöhnliches Projekt, das in der Gesamtschule Hardt jetzt startet: Die Schüler zahlen in der Kantine ab sofort mit einer Geldkarte. Das technische System, das dahinter steckt, finanzieren deutsche Kreditinstitute.

Mönchengladbach. Ingo Limburg, Leiter der Initiative Geldkarte der deutschen Kreditinstitute in Frankfurt, ist von der Sinnhaftigkeit einer Geldkarte für Schulen überzeugt. "Beim Bezahlen von Schulessen könnten sie nützlich sein", sagt er. Im vergangenen Jahr schrieb er einen entsprechenden Wettbewerb aus - die Gesamtschule Hardt am Vossenbäumchen ging dabei als Sieger hervor. Sie bekam 7000 Euro zur Einführung dieses Zahlungssystems beim Mensaessen. Nun können die Schüler mit der Geldkarte ihr Mittagessen bezahlen und aus vier angebotenen Menüs wählen. Die Verkaufszahlen der Mahlzeiten gehen zur Vorbereitung an den Caterer.

"Kein Schüler muss sich mehr diskriminiert fühlen"

Ingo Limburg, Leiter der Initiative Geldkarte, über die bargeldlose Bezahlung - die den Vorteil hat, dass kein Fördergeld für sozial schwache Kinder sichtbar wird.

Kriterium war, dass die Schule viel pädagogische Arbeit investiert, um Schüler von dem Sinn eines warmen, gesunden Mittagessens zu überzeugen und sie daran zu gewöhnen. "Die fünften Klassen gehen geschlossen mit ihren Lehrern zum Essen", sagt Limburg, und Lehrerin Susanne Kölling nickt zustimmend. Später nimmt die Zahl ab. Doch mit 200 bis 300 Essen pro Tag bei 1000 Schülern liegt die Schule im Schnitt von Firmenkantinen, etwa der Sparkasse.

Den Lehrern wird viel Arbeit abgenommen

Umgekehrt gab es auch für die Schule viele Argumente, die Bezahlung des Schulessens, dass es seit rund 20 Jahren an der Schule gibt, bargeldlos laufen zu lassen. Deshalb wurde die Bezahlung des Essens seit ein paar Jahren monateweise von den Klassenlehrern in Form von Schecks eingesammelt, wofür die Schüler Essensmarken bekamen. "Ein Wahnsinns-Aufwand für die Lehrer", heißt es.

Mit den Schecks wollte man verhindern, dass die Kinder das Essensgeld in Süßigkeiten anlegen.

Die Geldkarte bringt weitere Vorteile. Jetzt bemerkt zum Beispiel keiner mehr, wenn Kinder aus finanziell schwachen Familien einen Zuschuss zu ihrem Mittagessen bekommen. Der beträgt 1,50Euro bei einem Essen, das 2,65 Euro kostet. Er wird von der Stadt getragen und über den Förderverein abgerechnet.

Die Geldkarte funktioniert nicht an Zigarettenautomaten

Die Abrechnung kann nun diskret bei einem Besuch im Sekretariat mit einem Lesegerät vorgenommen werden. "Keiner muss sich mehr diskriminiert fühlen", sagt der Ratsherr und Landtagsabgeordnete Norbert Post, der vor kurzem noch Lehrer dieser Schule war und dafür eintritt, dass die Zuschüsse in Zukunft über das Sozialgesetzbuch vom Land übernommen werden. 80000 Schüler brauchen landesweit eine solche Unterstützung.

Die Geldkarte ist in der Regel enthalten im Chip jener EC-Karte, die die Schüler im Rahmen ihres Schüler-Girokontos kostenlos bei den Geldinstituten bekommen. Die Geldkarte wird meist über das Girokonto geladen, kann also nicht ins Minus geraten. Auf den Chip ist eine Jugendschutzfunktion programmiert, so dass der Einsatz beispielsweise am Zigarettenautomaten erfolglos ist. "Lediglich Parkgebühren, Tickets für den Nahverkehr und Briefmarken können damit bezahlt werden", so Limburg.

Wer sein Kind genauer kontrollieren will, kauft sich für fünf bis zehn Euro ein Lesegerät und kann sehen, wann welche Summen von der Geldkarte heruntergeladen wurden.

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