Sieben benachbarte Schulen bilden schulintern Teams aus, die in Notfällen helfen.

Gegen Gewalt: Klaus Schmitz (v. l.), städtischer Integrationsbeauftragter, Beatrix Zimmer, Sozialarbeiterin am Berufskolleg, und der dortige Schulleiter Ernst Schaub.
Gegen Gewalt: Klaus Schmitz (v. l.), städtischer Integrationsbeauftragter, Beatrix Zimmer, Sozialarbeiterin am Berufskolleg, und der dortige Schulleiter Ernst Schaub.

Gegen Gewalt: Klaus Schmitz (v. l.), städtischer Integrationsbeauftragter, Beatrix Zimmer, Sozialarbeiterin am Berufskolleg, und der dortige Schulleiter Ernst Schaub.

Horst Siemes

Gegen Gewalt: Klaus Schmitz (v. l.), städtischer Integrationsbeauftragter, Beatrix Zimmer, Sozialarbeiterin am Berufskolleg, und der dortige Schulleiter Ernst Schaub.

Rheydt. In Rheydt-Mülfort befinden sich vier große Schulen dicht beieinander: die beiden Berufskollegs, die Gesamtschule und die Realschule. Das Gymnasium Odenkirchen, die Hauptschule Kirschhecke und das Giesenkirchener Franz-Meyers-Gymnasium sind ebenfalls in der Nähe.

7500 Schüler besuchen diese Schulen - viele Menschen, viele mögliche Probleme. Die räumliche Nähe ist für Ernst Schaub, den Leiter des Berufskollegs für Wirtschaft und Verwaltung, Grund genug, eng mit den Kollegen der anderen Schulen zu kooperieren.

Als innerhalb des Berufskollegs ein Team gebildet werden sollte, das sich mit Krisenfällen auseinandersetzt, wurden die benachbarten Schulen mit ins Boot geholt. "Das ist nur sinnvoll. Wenn wir an einer Schule einen Krisenfall haben, sind die benachbarten Schulen direkt oder indirekt mit betroffen", erklärt der Leiter des Berufskollegs, "denn wir teilen in einigen Fällen die Gebäude."

Zu Krisenfällen zählen auch Suizidversuche oder Unfälle

Krisenfälle sind, betont Beatrix Zimmer, die Sozialarbeiterin am Berufskolleg, keineswegs nur die als Amokläufe Schlagzeilen machenden Ausbrüche von Gewalt. "Krisen werden auch durch Todesfälle in der Familie oder im Lehrerkollegium ausgelöst", erklärt sie. "Auch Schlägereien auf dem Schulgelände, Suizidversuche oder Unfälle gehören dazu."

Auf all diese Formen von Krisen müssen Schulen heute vorbereitet sein. Es gibt bereits Notfallordner, in denen Abläufe festgelegt sind. Aber am Berufskolleg und den kooperierenden Schulen in Rheydt-Mülfort und Odenkirchen will man sich professionalisieren. Als erstes ist eine sechstägige Fortbildung geplant, in der die jeweils fünfköpfigen Krisenteams geschult werden. Diese Teams sollen dann ihr Wissen in die Schulen tragen und das gesamte Kollegium für die Thematik sensibilisieren. Gleichzeitig soll der Austausch unter den Schulen verstärkt werden.

Die Schulung der Krisenteams, an der auch Polizei und Schulpsychologischer Dienst teilnehmen, beginnt im Januar. Der Leiter des Berufskollegs ist froh, bald auf ein gut ausgebildetes Team zurückgreifen zu können: "Ein solches Team ist eine Erleichterung bei schwierigen Entscheidungen."

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