Die Ermittler fanden blutige Kleidung in dem gestohlenen Ford Transit des 34-jährigen Opfers.

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Die Fahndung der Polizei läuft nach Shaho Rzkar. Der 23-jährige Iraker hatte zuletzt an der Alsstraße gewohnt.

Die Fahndung der Polizei läuft nach Shaho Rzkar. Der 23-jährige Iraker hatte zuletzt an der Alsstraße gewohnt.

Polizei

Die Fahndung der Polizei läuft nach Shaho Rzkar. Der 23-jährige Iraker hatte zuletzt an der Alsstraße gewohnt.

Mönchengladbach. Die Polizei geht davon aus, dass ein 23-jähriger Iraker den Gladbacher Autoaufbereiter Ali Afshari (34) getötet hat. Sie fahndet nach Shaho Rzkar, zuletzt wohnhaft an der Alsstraße.

"Wir haben keinerlei Zweifel daran, dass der von uns gesuchte Mann die Tat begangen hat", sagte am Mittwoch der Leiter der Mordkommission Gerd Hoppmann. Es wurde Haftbefehl wegen Mordes erlassen.

Beim Motiv gehen die Ermittler von Habgier aus. Afshari soll in seinem Bekanntenkreis davon gesprochen haben, dass er einen fünfstelligen Euro-Betrag in seiner Werkstatt versteckt habe. Hoppmann: "Wir müssen vermuten, dass das Opfer mit einem Messer massiv malträtiert wurde, um das Versteck heraus zu pressen. Letztlich ist das Opfer an den erheblichen Verletzungen gestorben."

Laut Polizei und Staatsanwaltschaft hat sich bestätigt, dass Afshari, der am 18. November erstochen in seiner Werkstatt an der Hindenburgstraße 303 gefunden wurde, bereits am 9. November getötet worden war. Es habe sich ein Zeuge gemeldet, der noch am Nachmittag dieses Tages mit dem späteren Opfer telefoniert hatte. Der Zeuge, ein Autohändler, hatte ein Fahrzeug von dem als sehr zuverlässig bekannten Gladbacher aufbereiten lassen.

Der Gesuchte soll für das spätere Opfer gearbeitet haben

Entgegen der Vereinbarung brachte Afshari das Fahrzeug aber nicht vorbei, so dass der Zeuge gegen 19.20 Uhr versuchte, seinen Geschäftspartner zu erreichen. Als das nicht gelang, fuhr der Händler zum Betriebsgelände. Dort stand sein Wagen fertig aufbereitet vor dem Hof. Prompt meldete sich auf dem Handy des Händlers ein Mann - und zwar vom Telefon des Opfers aus. Der Anrufer war dem Zeugen zwar nicht namentlich, aber als Gelegenheitsaushilfe des Opfers bekannt. Dieser junge Iraker kam kurze Zeit später aus der Werkstatt und übergab den Fahrzeugschlüssel, so dass der Zeuge nicht weiter nachfragte.

Für Hinweise hat die Staatsanwaltschaft eine Belohnung von 3000 Euro ausgesetzt: Tel. MG 290 oder jede andere Dienststelle.

Die Polizei warnt Zeugen, in der Fahndung selbst tätig zu werden. MK-Leiter Gerd Hoppmann: "Der Tatablauf lässt den Rückschluss zu, dass bei einer Festnahme mit einem hohen Gewaltpotenzial des Flüchtigen zu rechnen ist."

Die Ermittler gehen davon aus, dass das Opfer zu diesem Zeitpunkt tot oder nicht mehr in der Lage war, auf sich aufmerksam zu machen. Danach habe es kein Lebenszeichen mehr gegeben. Auch andere Zeugen bestätigten, in letzter Zeit einen jungen Iraker als Aushilfe beim Opfer gesehen zu haben.

Inzwischen sei auch der Inhalt des am 10. November in Bonn sichergestellten Ford Transit des Toten ausgewertet worden. Dort wurden ein Motocross-Motorrad, ein Notebook und weitere Gegenstände gefunden, die der Täter nach Ansicht der Ermittler mitgenommen hatte, um sie zu verkaufen. Darüber hinaus seien persönliche Gegenstände und Unterlagen gefunden worden, aus denen sich Hinweise auf den 23-Jährigen und "einen dringenden Tatverdacht" ergeben hätten. So wurde auch blutige Kleidung gefunden, die die Polizei dem 23-Jährigen zuordnet.

Mit Hochdruck fahndet die Mordkommission nach dem 23-Jährigen. Vor seiner Wohnung stapelt sich laut Polizei die Post. Und er sei von den Nachbarn seit Tagen nicht mehr gesehen worden.

Laut Polizei bot der Gesuchte am 10. November das Handy des Opfers in einem An- und Verkaufsgeschäft in Bonn an. Dabei wurden seine Personalien registriert. Das Geschäft befindet sich nur wenige hundert Meter von dem Ort entfernt, an dem der Ford Transit gefunden wurde.

Intensive Suche auch in Bonn, wo der Wagen gefunden wurde

"Wir gehen davon aus, dass Freunde oder Bekannte des Täters in Bonn im Bereich der Heerstraße wohnen und dass er sich dort in der Nacht nach der Tat aufgehalten hat", so Hoppmann. Daher fahndet die Mordkommission auch in Bonn intensiv nach dem Mann und hängte am Mittwoch Plakate mit seinem Bild auf.

Der Iraker war im März 2008 als Asylbewerber nach Deutschland gekommen und hatte zunächst im Asylbewerberwohnheim in Hückelhoven gewohnt. In Gladbach hatte er das spätere Opfer vermutlich in einer Sprachenschule kennengelernt.

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