Im erbittert geführten Familienstreit der Kuchendynastie Heinemann kehrt keine Ruhe ein. Seit dem Tod von Bernd Heinemann, der 1997 ums Leben kam, finden dessen Bruder Heinz-Richard und Bernds Sohn Sascha als Gesellschafter von zwei Heinemann-Firmen keinen Draht zueinander. Jetzt droht ein Pachtvertrag zwischen beiden Firmen, die einst per Betriebsaufspaltung entstanden waren, auszulaufen.

Eigentlich sollten Neffe und Onkel das Geschäft zusammen leiten

Mit einer einstweiligen Verfügung beim Landgericht Düsseldorf wollte Neffe Sascha nun Onkel Heinz-Richard im Eilverfahren dazu bringen, danach auf die Rückgabe inzwischen angeschaffter Maschinen an der Gladbacher Produktionsstätte zu verzichten. Doch die Zivilkammer will das nicht mitmachen.

Eigentlich sollten Onkel und Neffe, die beide an beiden Gesellschaften beteiligt sind, das Kuchen-Imperium zusammen leiten. Doch seit 1997 haben sie sich mehr und mehr zerstritten. Einst war durch eine Aufspaltung der Firma in eine Besitz-KG und eine Betriebsgesellschaft das Kuriosum entstanden, dass die KG die Heinemann-Produktion an jene Betriebsfirma verpachtet hat. Die Vereinbarung läuft jetzt am 30. Juni aus. Neffe Sascha als Gesellschafter wäre danach nur bereit, die gepachteten Räume wieder an die KG herauszugeben, aber nicht die aktuell angeschafften Maschinen. Um das durchzusetzen, zog er gegen den Onkel per Eilverfahren vor Gericht.

Die Zivilkammer lehnte den Eilantrag ab

Die Zivilkammer sah allerdings keinen Grund für diese Eile, zumal der Hauptprozess um die Auslegung jener Klauseln ohnehin bereits anhängig ist. Eine vorläufige Regelung mache keinen Sinn, so die Kammer. Außerdem könnten nicht Onkel und Neffe die Details jenes Pachtvertrages ausfechten, sondern nur die jeweiligen Gesellschaften. Formell wird das am 10. März verkündet.

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