Historie: Für den „Zug der Erinnerung“ hoffen die Veranstalter vor allem auf Schüler, die nach Spuren der Deportierten aus Gladbach suchen.

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Der „Zug der Erinnerung“ wird im März nach Mönchengladbach kommen.

Der „Zug der Erinnerung“ wird im März nach Mönchengladbach kommen.

Nanninga

Der „Zug der Erinnerung“ wird im März nach Mönchengladbach kommen.

Mönchengladbach. Ein Foto, alte Geschichten oder vielleicht ein Spielzeug sollen helfen, an die Kinder und Jugendlichen zu erinnern, die während der NS-Zeit aus Mönchengladbach in Konzentrationslager deportiert und ermordet wurden: "Es geht darum, Spuren zu finden und den Opfern damit ein Gesicht zu geben", sagt Ralf Zanders. Der Referent im Büro der Regionaldekane ruft alle Mönchengladbacher auf, sich in ihrem Heimatort auf Spurensuche zu begeben und an den Biografien dieser Kinder mitzuschreiben.

48 Namen von Kindern, die in KZs deportiert wurden, sind bekannt

Anlass dieses Appells zur aktiven Gedenkarbeit ist der "Zug der Erinnerung", der im nächsten Jahr von Donnerstag, 10. März, bis Samstag, 12. März, nach Mönchengladbach kommt. Seit 2007 rollt er bereits durch Deutschland und Polen. Neben Mönchengladbach stehen bis zum 8. April insgesamt 28 Haltepunkte auf seinem regionalen Fahrplan.

Möglich macht dies das Bistum Aachen, das als Veranstalter die Plattform für die Zusammenarbeit vieler unterschiedlicher kommunaler Bündnissen und Vereine von Krefeld bis in die Eifel ist. Lokaler Veranstalter ist die Katholische Region Mönchengladbach.

Aus finanziellen und organisatorischen Gründen ist das Projekt nicht "lokal zu stemmen", sagt Zanders. Die Kosten vor Ort liegen bei 120 000 Euro für die drei Haltetage, die Hälfte ist bereits finanziert.

Teil der Ausstellung in den Waggons des Zugs sind die allgemeine Deportationsgeschichte, die Biografien der Opfer und der Täter sowie eine Dokumentation über das Schicksal der Überlebenden. Außerdem besteht an jedem Haltepunkt die Möglichkeit, den Weg in den Tod der lokalen Opfer nachzuvollziehen.

"Weil die Lebensgeschichte der Kinder nur kurz war, ist es oft schwierig noch Spuren zu finden", erklärt der Historiker Zanders. 48 Namen sind für Mönchengladbach bekannt.

Besonders Schulklassen und Jugendgruppen sind aufgerufen, sich mit den Schicksalen der jungen NS-Opfer zu beschäftigen. Ansprechpartnerin für sie ist Sabine Kolsdorf unter Tel. MG 25-2517 oder der Email-Adresse

sabine.kolsdorf@moenchengladbach.de

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