Der Landschaftsverband Rheinland investiert 2,2 Millionen Euro in die Sanierung der Direktoren-Villa.

Klinik
Das Gebäude der LVR an der Heinrich-Pesch-Strasse wurde mit einer symbolischen Schlüsselübergabe eröffnet. Reichartz

Das Gebäude der LVR an der Heinrich-Pesch-Strasse wurde mit einer symbolischen Schlüsselübergabe eröffnet. Reichartz

Hans-Peter Reichartz

Das Gebäude der LVR an der Heinrich-Pesch-Strasse wurde mit einer symbolischen Schlüsselübergabe eröffnet. Reichartz

Mönchengladbach. Die Patienten haben das Gebäude schon in Besitz genommen, aber es riecht noch frisch renoviert und nach Farbe in den Räumen. Leuchtend orange präsentieren sich die Gänge, großzügig die gemeinschaftliche Küche, modern und mit angemessenem Komfort die Zimmer.

„Es gibt weniger Gewalt, die Patienten sind kooperativer und die Mitarbeiter finden gute Arbeitsbedingungen.“

Thomas Helgers, stellvertretender Pflegedirektor

Doch die 2,2 Millionen Euro, die der Landschaftsverband in die Sanierung des alten Gebäudes H auf dem Gelände der LVR-Klinik gesteckt hat, wirken sich nicht nur materiell aus. „Wir haben weniger Gewalt, die Patienten sind kooperativer und die Mitarbeiter finden gute Arbeitsbedingungen vor“, erklärt Thomas Helgers, der stellvertretende Pflegedirektor der LVR-Klinik Mönchengladbach.

Das nun sanierte Gebäude H, das sich parallel zur Heinrich-Pesch-Straße am Rand des Klinikgeländes entlang zieht, hat eine lange Geschichte. 1905 als Stadtvilla der Firma Junkers erbaut, kennen alte Rheydter das Gebäude noch als Kinderklinik und Wohnhaus der Klinikdirektoren. Seit 1970 waren dort psychiatrische Einrichtungen untergebracht, erst als Dependance der LVR-Klinik Viersen, dann im Rahmen eines eigenen Krankenhauses für Mönchengladbach und Rheydt.

Die Gebäude entsprachen nicht mehr heutigen Anforderungen

Damit war der Grundstein gelegt für das, was man heute gemeindenahe Psychiatrie nennt: Ein psychiatrisches Angebot, das nicht weit weg im Grünen untergebracht ist, sondern eingebunden in die Stadt, für deren Bürger es da ist. Aber die Gebäude entsprachen nicht mehr heutigen Anforderungen. „Gute Psychiatrie braucht angemessene Räume in der Gemeinde“, betont LVR-Dezernentin Martina Wenzel-Jankowski.

Jetzt stehen nach Sanierung und Modernisierung 14 moderne Ein- und Zweibett-Zimmer mit jeweils eigenem Bad zur Verfügung, außerdem ausreichend Platz für therapeutische Angebote und Aufenthaltsmöglichkeiten. Die Atmosphäre ist freundlich, die Stationen offen.

Das Haus B soll saniert und 40 Betten sowie 20 Tagesklinikplätze sollen von Viersen nach Mönchengladbach verlagert werden. Außerdem soll ein Ambulanz- und Therapiezentrum gebaut werden.
 

Doch damit ist das Ende des Weges hin zu einer gemeindenahen Psychiatrie in Mönchengladbach noch nicht erreicht. Martina Wenzel-Jankowski nennt das Ziel der Entwicklung: „Alle Bürgerinnen und Bürger aus Mönchengladbach können, wenn sie psychisch erkrankt sind, in ihrer Heimatstadt behandelt werden.“

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