Statt zu Hause könnten Unter-Dreijährige in „Großtagespflege“, angegliedert an Kitas, betreut werden.

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Tagesmütter, die an Kitas angegliedert sind, sieht der Sozialdezernent als Lösung für die Betreuung.

Tagesmütter, die an Kitas angegliedert sind, sieht der Sozialdezernent als Lösung für die Betreuung.

dpa

Tagesmütter, die an Kitas angegliedert sind, sieht der Sozialdezernent als Lösung für die Betreuung.

Mönchengladbach. Es war eine überraschende Nachricht, die Sozialdezernent Michael Schmitz im Jugendhilfeausschuss präsentierte. Um mehr Betreuungsplätze für Unter-Dreijährige zur Verfügung stellen zu können, sollen Plätze in "Großtagespflege" entstehen. "Das ist dann ein ganz neues Modell, das wir in Mönchengladbach erarbeiten werden", so Schmitz.

Derzeit gibt es für Mädchen und Jungen unter drei Jahren in Kindertagesstätten 686Plätze. 900 sollen es für das kommende Kindergartenjahr werden. Für diese 214 zusätzlichen Plätze muss die Stadt 350.000 Euro mehr aufbringen. 5000 Kinder dieser Alterstufe gibt es in Mönchengladbach. Sollten 35 Prozent der Kinder ein Betreuungsplatz zur Verfügung stehen, wären 1800 Plätze erforderlich. Die Stadt wäre finanziell überfordert.

Eltern mögen flexible Zeiten, aber auch Institutionen

Deshalb wird die finanziell günstigere Variante der Tagesmütter bevorzugt. Seit Jahren sucht die Stadt nach Menschen, die Kinder zu Hause betreuen wollen und qualifiziert sie für diesen verantwortungsvollen Job. "Der Vorteil ist, dass Tagesmütter zeitlich flexibel sind", so Schmitz. Sie übernehmen die Betreuung auch bei Schicht- oder Wochenendarbeit. Ansonsten bevorzugen Eltern institutionelle Betreuung. Inzwischen gibt es 247 Tagespflegeplätze, von denen aber derzeit 148 in Anspruch genommen werden.

Die Lösung könnte also ein Mittelweg zwischen flexibler Tagesmutter und Betreuung in der Kita sein. Das Konzept "Großtagespflege" sieht vor, dass es eine enge Kooperation zwischen einer Kita und Tagesmüttern geben soll. Zwei speziell geschulte Betreuerinnen übernehmen dann eine Gruppe von zehn Kindern, allerdings nicht in ihrer eigenen Wohnung, sondern in Räumen nahe einer Kita.

"Etwa in einer leerstehenden Hausmeisterwohnung", so Schmitz. Die Betreuerinnen bekommen ungefähr das Gehalt einer Kinderpflegerin, die Leiterin der Kita hält engen Kontakt zur Großtagespflege. Und die Tagesmütter können umgekehrt Räume der Kita für spezielle Angebote nutzen.

Welche Kitas als Andockstationen für Großtagespflege geeignet sind, steht noch nicht fest. Wie sie finanziert werden sollen, will Schmitz noch in diesem Jahr vorstellen.

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