Verwaltung legt Bericht vor. 84 Bäume stehen auf der Liste.

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Zwei der Naturdenkmale: die Blutbuche an der Hansastraße, die kürzlich den „Gesundheitscheck“ der Stadt bestanden hat, und die Eibe an der Trompeterallee 6. Fotos (2): Jörg Knappe

Zwei der Naturdenkmale: die Blutbuche an der Hansastraße, die kürzlich den „Gesundheitscheck“ der Stadt bestanden hat, und die Eibe an der Trompeterallee 6. Fotos (2): Jörg Knappe

Zwei der Naturdenkmale: die Blutbuche an der Hansastraße, die kürzlich den „Gesundheitscheck“ der Stadt bestanden hat, und die Eibe an der Trompeterallee 6. Fotos (2): Jörg Knappe

JOERG KNAPPE, Bild 1 von 2

Zwei der Naturdenkmale: die Blutbuche an der Hansastraße, die kürzlich den „Gesundheitscheck“ der Stadt bestanden hat, und die Eibe an der Trompeterallee 6. Fotos (2): Jörg Knappe

Mönchengladbach. Jeder, der durch die Stadt geht, weiß, dass sie nicht nur aus Beton und Asphalt besteht. Auch Mönchengladbach hat grüne Ecken. Manche Bäume sind sogar so besonders, dass die Stadt sie zu Naturdenkmälern gemacht hat, um sie zu schützen – aus Gründen der Schönheit oder der naturhistorischen Bedeutung. So wie beispielsweise eine mehr als 100 Jahre alte Blutbuche in Grasfreed, die 25 Meter hoch ist, oder eine 150 Jahre alte Pyramideneiche an der Goetersstraße.

Knappe Kassen: Geld reicht nur für nötigste Schutzmaßnahmen

84 Bäume stehen aktuell auf dieser „grünen Liste“ – aber nicht alle von ihnen sind vollkommen gesund. Das geht aus einem Bericht der Verwaltung hervor, der jährlich vorgelegt werden muss. Die grünen Riesen stehen nicht immer auf öffentlichem Raum. Die Grundstücksbesitzer sind deshalb verpflichtet, Schäden an die Untere Landschaftsbehörde zu melden. Alle Maßnahmen, die nötig sind, um das Naturdenkmal zu erhalten, müssen die Eigentümer erdulden.

Im November mussten drei Bäume aufgrund von altersbedingten Schäden gefällt werden: Ein Fächerblattbaum an der Viersener Straße, eine Scheinakazie in Hehn-Heiligenpesch und eine Rosskastanie an der Von-Galen-Straße. „Die Bäume waren irreparabel geschädigt beziehungsweise abgängig. Dadurch war die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben“, heißt es vonseiten der Verwaltung. Von „Abgängigkeit“ wird gesprochen, wenn Bäume nicht mehr lebensfähig sind und besser gefällt werden, bevor ihre Äste auf Straßen und Gehwege fallen.

An 49 Bäumen mussten „Baumpflege- und Sicherheitsmaßnahmen“ durchgeführt werden. Bei einem Bergahorn an der Ecke Werner-Gilles-Straße/Mühlenstraße und ein Christusdorn auf dem evangelischen Friedhof Odenkirchen wird speziell vorgegangen: Ihre Krone wird gesichert, damit die Bäume stabilisiert werden.

Der Bericht der städtischen Abteilung Baumschutz (Fachbereich Ingenieurbüro und Baubetrieb) ist nicht nur dazu da, um ein Kataster zu führen, sondern um die Fördergelder zu bekommen. Der Schutz der Bäume wird vom Land unterstützt. 12 000 Euro hat die Stadt 2012 bekommen, 3600 Euro musste sie selbst zahlen. Durch Einsparungen und geänderte Ausschreibungen wurden zunächst nur 11 000 Euro ausgegeben.

Zum 22. November 2007 hatte die Stadt eine Verordnung zum Schutz von Naturdenkmalen erlassen. Sie betrifft nicht nur bebaute Flächen auf Stadtgebiet, sondern greift auch in Bebauungspläne ein.

Naturdenkmale können der Verwaltung vorgeschlagen werden. 2012 kam das allerdings nicht vor.

Eine Esskastanie an der Gracht in Rheydt war durch eine Baumaßnahme gefährdet. Die Untere Landschaftsbehörde lehnte die Fällung ab – der Baum war gesund. Die evangelische Kirchengemeinde zog daraufhin den Antrag zurück und passt ihre Baupläne an.

Für 2013 gehen die Planer von einer nötigen Gesamtsumme von 30 000 Euro aus. Aufgrund knapper Kassen wurden Prioritätsstufen eingerichtet, die im besten Fall nacheinander abgearbeitet werden. 15 000 Euro werden für die erste und dringendste Stufe veranschlagt, die den dauerhaften Erhalt der Bäume sichern soll. Da es ebenfalls aus finanziellen Gründen allerdings einen Rückstand in der Pflege gibt, werden auch in diesem Jahr nur die allernötigsten Maßnahmen getroffen werden können.

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