Skandal im Altenheim: Neuer Dienstleister will bis September „das Feuer löschen“.

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Caritas-Chef Otto Nieswand: Muss er gehen?

Caritas-Chef Otto Nieswand: Muss er gehen?

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Caritas-Chef Otto Nieswand: Muss er gehen?

Mönchengladbach. Bis Mitte September will die Contec GmbH die Missstände im Giesenkirchener Caritas-Altenpflegeheim, Konstantinstraße 263, abstellen. Das sagt André Peters. Er führt bis dahin das Haus, in dem 84 ältere Menschen leben.

Nach Bekanntwerden nicht nur gravierender Pflegemängel war der Dienstleister vom Caritas-Vorstand mit der Aufarbeitung des Skandals beauftragt worden. Die endet im September.

Peters sagt: "Wir sind dabei, das Feuer zu löschen." Was ihm und Caritas-Vorstand Christoph Habrich "am Herzen" liegt: "Wir müssen die Fehler abstellen und verlorenes Vertrauen zurückgewinnen." So werde bei den 56 Mitarbeitern wieder das Prinzip "klarer Zuständigkeiten und klarer Verantwortlichkeiten" eingeführt.

Wund-Patienten nicht ausreichend behandelt

Habrich sagt: "Ich kann mir immer noch nicht vorstellen, wie das passieren konnte." Er schließt persönliche Konsequenzen für Caritas-Geschäftsführer Otto Nieswand nicht mehr aus. Contec habe bis September die alleinige Verantwortung im "Skandalhaus". Was das den Verband mit über 600 Mitarbeitern und weiteren drei Altenheimen kostet, dazu sagte Caritas-Mann Habrich nichts.

Seit der Eröffnung des Neubaus vor gut zehn Monaten scheint dort fast alles schief gelaufen zu sein: Klagen über die Qualität des Essens, Hygiene, Reinigung der Zimmer, verloren gegangene Wäschestücke standen auf der Tagesordnung. Wund-Patienten seien nicht ausreichend behandelt worden, sagt Peters. "Manche Fälle" seien lebensbedrohlich gewesen.

Hausleiter fehlt seit einem Jahr

Der Interims-Geschäftsführer wies Äußerungen zurück, die Caritas habe aus Profitgier gehandelt und Mitarbeiter ausgebeutet. Tatsache sei, dass Giesenkirchen personell nicht unterbesetzt war und ist.

Derzeit holt man Mitarbeiter u.a. bei Zeitarbeitsfirmen. Tatsache ist aber auch, dass es in Giesenkirchen einen extrem hohen Stand an Krankmeldungen der Mitarbeiter gebe. Der Hausleiter ist seit einem Jahr dauerkrank.

Habrich schließt "ähnliche Situationen wie in Giesenkirchen" in den anderen drei Caritas-Altenhäusern nicht aus. Möglicherweise werde auch hier die Contec aktiv.

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