Anlässlich seines 80. Geburtstags zeigt das Museum Abteiberg Werke von Heinz Mack.

Ausstellung
Heinz Mack in seiner Ausstellung „Kinetik“ im Museum Abteiberg

Heinz Mack in seiner Ausstellung „Kinetik“ im Museum Abteiberg

Knappe

Heinz Mack in seiner Ausstellung „Kinetik“ im Museum Abteiberg

Mönchengladbach. 37 silberne Stoffstreifen, aus Aluminium gewoben, hängen an einer schwarzen Decke aus Holz und werden von einem kleinen Motor über der Decke in Bewegung gesetzt. Gleichzeitig reflektiert sich ihr Bild in den Spiegeln am Boden: „Zwischen Himmel und Erde“ heißt das Objekt von Heinz Mack, das 1966 in seiner frühen kinetischen Schaffensphase entstanden ist.

Leitmotiv des Künstlers ist das Spiel mit Licht und Bewegung. Heinz Mack habe die kinetische Deutung in der Kunst Anfang der 60er begründet und „sie konsequent bis heute beigehalten“, sagt Susanne Titz. Die Direktorin des Museums Abteiberg eröffnet an diesem Sonntag eine Ausstellung unter dem Titel „Kinetik“, für die der Mönchengladbacher Mack sein Atelier geöffnet hat. Bei kinetischer Kunst ist mechanische Bewegung ein wesentlicher Bestandteil.

„Ich experimentiere gerne.“

Heinz Mack, Künstler

„Es ist ein Glücksfall, dass wir uns mit der Thematik beschäftigen können und der Künstler dies unterstützt“, sagt die Museumsleiterin. Anlässlich seines 80. Geburtstags zeigt das Museum rund 40 Objekte und Skulpturen, die teils noch nie ausgestellt wurden. Auch Heinz Mack sieht einige Kunstwerke erst nach langer Zeit wieder und freut sich auf „eine Wiederbegegnung nach teilweise über 30 Jahren“.

Bis zum 25. September werden technisch erzeugte Lichteffekte, Spiele mit Spiegeln und durch Motoren in Bewegung gesetzte Elemente präsentiert. Charakteristisch ist das spielerische Umgehen mit Technik: „Ich experimentiere gerne“, sagt Mack.

„Elektronisches Lichtfeld“ von 1980 ist eine Lichtinstallation mit Soffittenlampen hinter Plexiglas. Immer wieder, scheinbar unstrukturiert, blenden die Leuchten auf. Wie auch bei anderen Kunstwerken stellt sich die Frage nach Zufall und Steuerung.

„Siehst du den Wind“ aus dem Jahr 1962 heißt ein anderes Objekt: Ein Ventilator erzeugt Wind, den wehende Silberstreifen sichtbar machen. Licht und Bewegung seien nichtmaterielle Medien. „Instrumente, modellhaft gebaut, können mit Hilfe dieser Medien ein Erscheinungsbild erzeugen, das dann ebenfalls nichtmateriell ist“, sagt Heinz Mack.

Das Besondere der Schau wird durch Filme und Fotos dargestellt

In seinem bisher 340 Einzelausstellungen habe die Kinetik fast nie eine Rolle gespielt, betont der Künstler. Das Besondere der Schau im Museum Abteiberg wird durch Filme und Dokumentarfotos von frühen Aktionen ergänzend dargestellt.

„Einzigartig ist auch ihre Aufbereitung“, sagt Susanne Titz. So beschäftigen sich Wissenschaftler in einem Symposium am 28. Mai mit der kunsthistorischen Aufarbeitung und der restauratorischen Konservierung des kinetischen Werks.

Gleichzeitig wird eine Publikation von Heinz Mack und verschiedenen Autoren mit Texten und Bildern zum Thema vorgestellt.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer