Schrottberge, sinkende Abnahmepreise – kommt jetzt die Gebühr für das Auto auf dem Abstellgleis?

Reihenweise Stoßstangen, alte Reifen, Felgen – auch das bleibt von den Schrottautos übrig.
Reihenweise Stoßstangen, alte Reifen, Felgen – auch das bleibt von den Schrottautos übrig.

Reihenweise Stoßstangen, alte Reifen, Felgen – auch das bleibt von den Schrottautos übrig.

Reihenweise Stoßstangen, alte Reifen, Felgen – auch das bleibt von den Schrottautos übrig.

Mönchengladbach. Die Abwrackprämie überrollt die Autoverwerter. "Wir fangen jetzt schon um sieben an und arbeiten zehn statt acht Stunden täglich", stöhnt Ulrich Poos vom Autoverwerter Rebig. Hier an der Aachener Straße 232 türmen sich die alten Blechkisten. "Wir sind von den Stückzahlen ,erschlagen’ worden", sagt Geschäftsführer Poos. "Hatten wir im Jahr sonst insgesamt rund 200 Pkw zum Verschrotten, sind es seit Mitte Januar schon mehr als 700."

Keine Freunde über den Blech-Boom

Richtig freuen über den Blech-Boom kann sich Kfz-Meister Poos allerdings nicht. Seit die Rohschrott-Preise - wegen der weltweiten Krise und auch wegen der "Umweltprämie" der Bundesregierung für den Kauf neuer Autos - auf Talfahrt sind, entwickle sich die Kfz-Verwertung zum Zuschussgeschäft.

Nicht nur bei Rebig überlegt man sich daher, für jedes angenommene Altauto vom Halter eine Gebühr zu kassieren.

Bei Rebig schaffen es werktäglich gut 20 alte Kraftfahrzeuge bis hin zum geschredderten Metallstück, das dann in irgendeinen Hochofen wandert. Bevor die mobilen Kisten leicht vorgepresst und zerkleinert werden, legt man sie trocken - Öle, auch aus den Stoßdämpfern, werden abgesaugt, Batterien entfernt, Kunststoffteile abgeschraubt usw.

"All das kostet", sagt Poos und verweist darauf, dass seine Firma sämtliche Entsorgungsvorgänge nachweisen muss. Seien es Frostschutzmittel oder Altöle. "Und auch das wird nicht billiger, im Gegenteil", sagt der Geschäftsführer.

Preise sind in den Keller gerutscht

Fast 1000 im Februar; 300 mehr als im Vorjahresmonat.

1843 Autos im Januar, 1920 im Februar.

Die Kfz-Stelle der Stadt an der Rheinstraße ist geöffnet: montags bis mittwochs, 7.45-15, donnerstags 7.45-16, freitags 7.45-11.30, samstags von 9 bis 12 Uhr. Samstags erledigen die Mitarbeiter hier auch den Bürgerservice (Personalausweis, Ummeldungen usw.).

Während der Mittelständler Mitte vergangenen Jahres noch rund 200 Euro für die Tonne Rohschrott überwiesen bekam, seien es derzeit 20 bis 30 Euro. "Und es sieht danach aus, dass wir bald gar nichts mehr bekommen." Das sei wegen des Überangebotes und der deutlich gesunkenen Nachfrage fast wie beim Altpapier. Auch hier purzelten die Preise in den Keller.

Hochbetrieb in der Kfz-Zulassungsstelle

Hochbetrieb, vor allem als Folge der Prämie fürs abgeschobene Altauto, meldet die städtische Kfz-Zulassungsstelle an der Rheinstraße 70. Wurden im Februar 2008 knapp 700 Autos neu zugelassen, waren es ein Jahr später fast 1000 Fahrzeuge. Leiter Michael Koenen: "Vor allem Kleinfahrzeuge werden angemeldet." Um gut 30 Prozent betrage der Zuwachs von Januar bis Februar.

Folglich stieg auch die Summe der Fahrzeuge, die abgemeldet wurden: 1920 im Februar, 1843 im Januar. Häufigster Anlass: die Prämie, weniger wirtschaftliche Probleme der Autobesitzer.

Derzeit sind in Gladbach nach Angaben Koenens 153829 Kraftfahrzeuge angemeldet.

Zuständig für die begehrte Umweltprämie in Höhe von 2500 Euro ist die Bundesanstalt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Ihre Hotline 06196-908 470 oder

 

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