Die Arge will mit einem Schwerpunkt-Projekt ältere Jobsuchende wieder integrieren.

Daniela Dhiab (l.) und Sibylle Boymanns stellten das neue „50plus“-Projekt der Arge vor.
Daniela Dhiab (l.) und Sibylle Boymanns stellten das neue „50plus“-Projekt der Arge vor.

Daniela Dhiab (l.) und Sibylle Boymanns stellten das neue „50plus“-Projekt der Arge vor.

Siemes

Daniela Dhiab (l.) und Sibylle Boymanns stellten das neue „50plus“-Projekt der Arge vor.

Mönchengladbach. Um die Altersgruppe 50 plus der Mönchengladbacher ohne Arbeit will sich die Arge im Rahmen eines neuen Projekts besonders kümmern. "Wir können es uns nicht länger leisten, die älteren Arbeitnehmer auszugliedern", ist Arge-Geschäftsführer Klaus Müller überzeugt. "Angesichts der demographischen Entwicklung werden die Unternehmen in Zukunft auf ältere Mitarbeiter angewiesen sein." Diese Meinung vertritt nicht nur der Mönchengladbacher Arge-Chef, sondern offensichtlich auch das Bundesarbeitsministerium.

2,5 Millionen Euro fließen vom Arbeitsministerium nach Gladbach

Es hat ein Projekt namens "Perspektive 50plus" aufgelegt. 2,5 Millionen Euro aus diesem Programm fließen in diesem Jahr nach Mönchengladbach.

Beim speziell dafür gebildeten Team hat man sich viel vorgenommen: 500 Arbeitslose zwischen 50 und 65 Jahren will man in diesem Jahr in Arbeit vermitteln. "Wir wollen dabei auf die persönlichen Qualifikationen der älteren Mitarbeiter setzen", sagt Projektleiterin Sibylle Boymanns. "Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein sind unter den Älteren oft stärker ausgeprägt." Auch wenn jemand jahrelang ein Familienmitglied gepflegt habe, seien dies persönliche Qualifikationen, die auf dem Arbeitsmarkt einsetzbar seien.

Ein Problem ist die mangelnde Mobilität

Vor allem will man die Resignation der älteren Arbeitslosen, die oft wegen ihres Alters jahrelang kein Angebot erhalten haben, aufbrechen. "Wir suchen ganz gezielt für diese Menschen, bieten auch zusätzliche Gesundheitstrainings oder Therapien an, um Defizite auszugleichen", erklärt Sibylle Boymanns.

Ein großes Problem ist allerdings die mangelnde Mobilität der Altersgruppe: Nur 42 Prozent der älteren Arbeitslosen haben überhaupt einen Führerschein. Und auch über einen eigenen Wagen verfügt nicht einmal die Hälfte. Aber schließlich gibt es ja auch den Öffentlichen Nahverkehr. "Wir finden dann gemeinsam heraus, ob derjenige nicht auch mit Bahn oder Bus nach Neuss oder Düsseldorf kommen kann", beschreibt Sibylle Boymanns einen Ansatz.

Für die öffentliche Hand rechnet es sich nach Ansicht der Experten durchaus, ältere Arbeitslose gezielt zu betreuen und wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren: Die Integration kostet durchschnittlich 5000 Euro, die Jahresfördersumme einer Familie oder eines Paares beträgt dagegen mehr als 11 000 Euro.

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