Nach der Operation wird der Fünfjährige besser essen und sprechen können.

Der fünfjährige Ali aus Tadschikistan soll im Bethesda operiert werden. Das Team von Professor Dr. Dr. Johannes Hidding ist darauf spezialisiert.
Der fünfjährige Ali aus Tadschikistan soll im Bethesda operiert werden. Das Team von Professor Dr. Dr. Johannes Hidding ist darauf spezialisiert.

Der fünfjährige Ali aus Tadschikistan soll im Bethesda operiert werden. Das Team von Professor Dr. Dr. Johannes Hidding ist darauf spezialisiert.

Der fünfjährige Ali aus Tadschikistan soll im Bethesda operiert werden. Das Team von Professor Dr. Dr. Johannes Hidding ist darauf spezialisiert.

Mönchengladbach. Im Büro des Chefarztes fühlt Ali sich schon so richtig wohl. Seit anderthalb Wochen ist der fünfjährige Junge aus Tadschikistan zu Gast im Bethesda.

Das Friedensdorf in Oberhausen hat das Kind nach Deutschland geholt, damit hier eine dringend notwendige Operation ermöglicht wird. Ali bedient sich ganz selbstverständlich an den Häppchen, die Professor Dr. Dr. Johannes Hidding, Chefarzt der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, für Besucher bereit stellen ließ.

Gaumenspalte macht Probleme beim Essen und Sprechen

Fordert Hidding Ali auf, "Kakao" zu sagen, versucht der das brav. Doch heraus kommt nur "Hahao". "Ali mach mal den Mund so weit auf wie ein Löwe", bittet Hidding, und so wird die Ursache für den Sprachfehler sichtbar. Ali hat eine Gaumenspalte, einen "Wolfsrachen", wie man den angeborenen Defekt früher nannte.

Bei Betroffenen schließt das Gaumensegel den Raum zwischen Mund und Nase nicht vollständig, weswegen sie nicht alle Laute bilden können. Beim Essen müssen sie aufpassen, dass Lebensmittel und Getränke nicht durch den Nasenraum in die Luftröhre gelangen.

Operation verzögert sich durch eine Erkältung

Ali konnte nicht gleich nach seiner Ankunft im Bethesda operiert werden, weil er erkältet war. "Dann verbietet sich der Eingriff", sagt Hidding. Für sein Haus ist die Hilfe selbstverständlich.

In Peru oder Südostasien kommt auf 300 gesunde Kinder eines mit dem Defekt zur Welt. In Mitteleuropa ist es eines von 500Kindern.

Dr. Johannes Hidding hat die Stiftung Beja Flor gegründet, um die Kinder vor Ort operieren zu können. Am 6. November spielt das Ärzteorchester zu deren Gunsten in der Kaiser-Friedrich-Halle.

Ali ist der 23. Patient, der aus dem Friedensdorf in Oberhausen nach Mönchengladbach kommt, um später gesund wieder zu seiner Familie zurückkehren zu können.

Hiddings Engagement bei der Behebung von Rachenspalten geht noch einen Schritt weiter. Einmal im Jahr unternimmt er mit einem Team aus Narkosearzt, Pfleger und einer OP-Schwester eine zweiwöchige Exkursion nach Peru.

In diesem Land - wie auch in Südostasien - treten Rachenspalten gehäuft auf. "Inzwischen lässt ein Bischof die Kinder in ein Kloster nach Lima bringen, wo wir sie operieren können", erzählt er.

Bei dem Einsatz, bei dem sie von zwei weiteren deutschen Teams unterstützt wurden, haben sie 97 Rachenspalten geschlossen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer