Seit der Gründung vor vier Monaten hat die „Hundelobby“ 504 Mitglieder gewonnen. Sie fordert von der Politik ein Entgegenkommen in Hundefragen.

Mönchengladbach. Eine Hunde-Freilauffläche pro Stadtbezirk und mehr Mülleimer: Das sind zwei Forderungen der recht neuen "Hundelobby Mönchengladbach". Sie wurde im September vergangenen Jahres gegründet und hat mittlerweile 504 Mitglieder. In diesem Jahr will sie sich nicht nur für Hundewiesen und Eimer für die Hinterlassenschaften einsetzen, sondern auch Aufklärungsarbeit bei Politikern und Bürgern betreiben. Dazu werden unter anderem Infostände und Besuche in Schulen gehören. Letzteres, um Kindern den richtigen Umgang mit Hunden zu zeigen.

Hundelobbyisten fühlen sich von der Politik unverstanden

Hauptkritik der Hundelobby: Die Stadt Mönchengladbach nehme jährlich 1,3 Millionen Euro durch die Hundesteuer ein, sei aber nicht bereit, den Hundefreunden entgegenzukommen und Freilaufflächen zu schaffen oder neue Abfallbehälter für Hundekotbeutel zu installieren. "Das bedeutet nicht, dass die Mönchengladbacher Politiker nicht tierlieb sind, sondern einfach unser Problem nicht verstehen", erklärt Lobby-Mitglied Gerd Gröne-Gormanns.

In Mönchengladbach gilt generelle Leinenpflicht für Hunde. Ein Hundehalter, der sich daran nicht hält, muss durch das kommunale Ordnungsamt mit einem Bußgeld rechnen. Für viele Herrchen und Frauchen stelle sich daher die Frage, wo sie ihren Hund frei laufen lassen können, ohne Probleme zu bekommen, sagt Gröne-Gormann. "Die Hunde dürfen nicht einmal die am Rand zufällig entstandenen Grünflächen auf Feldwegen nutzen." Und die freigegebenen Wirtschaftswege seien keine Freilaufflächen für artgerechte Haltung.

Dabei gebe es Städte im Umkreis, die das Problem mit den Hundewiesen "vorbildlich" gelöst hätten. "Leuchtendes Beispiel ist Krefeld", sagt Lars Klapproth. Die Stadt habe auf das 2002 eingeführte Landeshundegesetz mit der Leinenpflicht reagiert und acht Freilaufzonen für Hunde eingerichtet. "Nicht jeder Hundehalter kann mit dem Hund aufs Feld gehen", sagt Marion Hobler, "deswegen sind zentral gelegene Grünflächen wichtig."

Ein weiteres Problem, das die Hundehalter sehen, ist die Entsorgungsfrage. "In den vergangenen Jahren sind die wenigen Mülleimer, die es gab, abgebaut oder zerstört worden", sagt Marion Hobler. Deswegen müsse ein neues "Netz" von Abfallbehältern her.

Eine Möglichkeit, sich mit den Hundelobbyisten auseinanderzusetzen, gibt es bei der Jahreshauptversammlung am 29.Januar, 19 Uhr, im Balkonsaal der Kaiser-Friedrich-Halle.

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