Die Stadt brauchte drei Monate, um einen kleinen Schilderwechsel vorzunehmen. Anwohner ließen nicht locker.

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Wartete fast drei Monate, ließ aber nicht locker und hofft, dass es jetzt in Rönneter verkehrlich etwas ruhiger wird: Fred Jennen (75).

Wartete fast drei Monate, ließ aber nicht locker und hofft, dass es jetzt in Rönneter verkehrlich etwas ruhiger wird: Fred Jennen (75).

Wartete fast drei Monate, ließ aber nicht locker und hofft, dass es jetzt in Rönneter verkehrlich etwas ruhiger wird: Fred Jennen (75).

Mönchengladbach. Wieder brettert ein großer Brummi durchs Dorf. "Das ist so einer, der sich verfahren hat", sagt Leni Jennen, die wie ihr Mann Fred seit Jahrzehnten in Rönneter lebt. Und jeden kennt.

Seit Mai bemühten sich auch die Jennens darum, dass zumindest die Beschilderung verbessert wird. Damit die Lenker der 40-Tonner nicht in die Irre geleitet werden und in Rönneter für "mitunter lebensgefährliche Situationen sorgen", wie es Fred Jennen formuliert.

Spätestens seit der Eröffnung des Borussia-Parks vor fünf Jahren ist die Verkehrs-Welt in Rönneter nicht mehr in Ordnung. Dass Fußballfans ihre Autos "wild und auf Bürgersteigen" parken, daran haben sich auch die Jennens mehr oder minder gewöhnen müssen.

Nicht hinnehmen will das Rentnerpaar, dass täglich rund 30 Lastwagen durch Rönneter rasen. "Das ist nämlich gar nicht nötig", sagt der 75-Jährige.

Jennen hat nämlich in detektivischer Kleinarbeit herausgefunden, dass zu viele Laster mit tonnenschwerer Ladung für einen Großmarkt in der Nähe über die Roemonder Straße/In der Duis beziehungsweise von Hardt über die Waldnieler Straße über die Auffahrt Rönneter im Dorf landen.

Lange auf das Wechselspiel gewartet

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Entweder, weil sie vom Navi mit Zielangabe "Rönneterring" dirigiert wurden bzw. ein Schild "Anlieger frei" (für Laster also verboten) zu spät oder gar nicht bemerkten. Der Grund: die große Hinweistafel "30 Zone" stand vor dem Anlieger-Hinweis, war teilweise zugewachsen und verdeckte ihn für die Leute am Lkw-Lenker.

Also wandte sich der engagierte Mönchengladbacher ans städtische Ordnungsamt. Das war vor rund drei Monaten. Dort wurden seine Bedenken und Tipps aufmerksam zur Kenntnis genommen.

Doch erst jetzt haben Tiefbauer der Stadt die Schilder endlich umgesetzt. Und das nicht ohne politischen Druck. "Erich Oberem, Vorsitzender der Freien Wählergemeinschaft, hat uns sehr geholfen", sagt Jennen. In dieser Woche fand das Wechselspiel statt: Für Anlieger frei steht nun gut sichtbar vor dem 30er-Hinweis.

Unerlaubte Werbung?

Und die Jennens, die bei dem Strahlewetter gerne im Garten mit der großen Hecke direkt an der Straße Rönneter sitzen, haben schon festgestellt: "Es ist ein wenig ruhiger geworden". Vorbei scheinen die Zeiten, wo Spaziergänger mit und ohne Hund in die Wiesen springen mussten, weil wieder einmal ein Laster und gleichzeitig der Linienbus der NVV AG heranrauschten.

"Am Ortsausgang ist die Straße nämlich so schmal, dass nur ein Fahrzeug genügend Platz zum Durchfahren hat", sagt Fred Jennen.

Optimal wäre es für ihn, wenn im Bereich der Fahrtrichtung Nordpark das Hinweisschild "Handelshof" angebracht würde. Dann hätten die vielen Lieferanten gleich den richtigen Weg vor sich. Doch die Stadtverwaltung winkt ab. Das sei unerlaubte Werbung.

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