Das Stück Fußgängerzone zwischen der Friedrich-Ebert-Straße und dem Harmonieplatz ist das Sorgenkind in Rheydt.

Das Stück Fußgängerzone zwischen der Friedrich-Ebert-Straße und dem Harmonieplatz ist das Sorgenkind in Rheydt.
Der Leerstand hat Auswirkungen: Müll wird abgestellt und die Umgebung sieht verwahrlost aus.

Der Leerstand hat Auswirkungen: Müll wird abgestellt und die Umgebung sieht verwahrlost aus.

Raupold

Der Leerstand hat Auswirkungen: Müll wird abgestellt und die Umgebung sieht verwahrlost aus.

Es ist gespenstisch. Das Auto ist im Parkhaus am Ring gut aufgehoben. Zu Fuß geht es durch die nur spärlich belebte Passage und dann nach Überquerung der Friedrich-Ebert-Straße in die Hauptstraße. Wenig einladend wirkt die Rheydter Fußgängerzone von hier aus. Der Friseursalon an der Ecke ist gut besucht, gleich gegenüber steht eine riesige Ladenfläche leer. Insgesamt wirkt der Betonklotz unbewohnt. Und dann – kommt lange Zeit nichts. Fast nichts. Etwa bis zum Harmonieplatz ist die Straße regelrecht ausgestorben. Leerstand ist ihr Gesicht. Die Pavillons, seinerzeit als gliedernde Elemente vor die Ladenfassaden gesetzt, sind verödet. Nur einer wird vom dahinterliegenden Schuhgeschäft noch genutzt. Müll sammelt sich an, die Verwahrlosung schreitet fort.

Je näher man aber dem Marktplatz kommt, um so belebter wird die Hauptstraße. Da gibt es ansprechende Geschäfte, nette Cafés. Ute Jacobs-Spielmann hat den Pavillon im „toten“ Teil der Straße verlassen und führt ihr Kreativ-Café nun an der Stirnseite des Harmonieplatzes. Sie verkauft kunterbunte Stoffe und Handgenähtes, Workshops finden im Ladenlokal statt, es gibt Frühstück und Kuchen.

Der neue Marktplatz ist ein Plus für die Rheydter Innenstadt

„Gerade Familien mit kleinen Kindern nutzen mein Geschäft“, sagt die Ladeninhaberin. Kathrin Pütz-Kellner hat Interesse an dem angrenzenden Ladenlokal. Sie möchte einen Ausstellungsraum einrichten und ihre Kunst verkaufen. Beide finden das Ende der Hauptstraße schäbig, beide wollen da nicht hin. Der umgestalteten Rheydter Marktplatz, auf dem sich inzwischen viel urbanes Leben abspielt, hat neue Geschäftsleute angelockt. Cafés sind entstanden, kleine Läden. Das registriert auch der „Gewerbliche Mietspiegel“ den die Industrie- und Handelskammer (IHK) gerade vorgelegt hat. Der umgestaltete Marktplatz und der Verbleib von Karstadt seien ein enormes Plus für die Rheydter Innenstadt. Es könne davon ausgegangen werden, dass die Mieten rund um den Rheydter Marktplatz stabil bleiben. Kritischer wird die Entwicklung entlang der Hauptstraße gesehen, vor allem das Stück in Richtung Friedrich-Ebert-Straße. „Dort hatten wir im vergangenen Jahr Schwierigkeiten, Mieter für leerstehende Geschäfte zu finden“, sagt Frank Mund, Mitglied im IHK-Ausschuss für Immobilienwirtschaft. Er gehe davon aus, dass sich die Rheydter Innenstadt in ihrem Kernbereich gut, in den Außenbereichen eher weniger gut entwickeln wird.

Wie der „Gewerbliche Mietspiegel“ ausführt, ist der Mönchengladbacher Immobilienmarkt für Gewerbeflächen stabil und „auf einem guten Niveau“. „Vor allem die Einzelhandelsmieten in den Zentren bleiben 2016 unverändert“, sagt Norbert Bienen, Vorsitzender des Ausschusses. Das sehe in den Kreisen Viersen und Neuss anders aus. „Dort verzeichnen wir einen leichten Rückgang bei den Einzelhandelsimmobilien in den Kernlagen.“ In Mönchengladbach liegen die höchsten Kaltmieten für Geschäfte in 1a-Lage, die eine Größe bis zu 100 Quadratmetern haben, bei 70 Euro pro Quadratmeter.

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