Die Zahl der Arbeitslosen in Mönchengladbach ist im Dezember angestiegen und trübt damit die Jahresbilanz.

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Johannes-Wilhelm Schmitz, Chef der Arbeitsagentur: „Kurzarbeit statt Kündigungen ist goldrichtig.“

Johannes-Wilhelm Schmitz, Chef der Arbeitsagentur: „Kurzarbeit statt Kündigungen ist goldrichtig.“

Johannes-Wilhelm Schmitz, Chef der Arbeitsagentur: „Kurzarbeit statt Kündigungen ist goldrichtig.“

Mönchengladbach. Die Kurve, die Johannes-Wilhelm Schmitz, der Chef der Mönchengladbacher Arbeitsagentur, vorlegen kann, gibt Anlass zur Freude: Seit drei Jahren sinken die Arbeitslosenzahlen im Agenturbezirk kontinuierlich. 5,8 Prozent weniger Arbeitslose als im Vorjahr kann die Agentur für 2008 vermelden.

Doch dann kommt der Wermutstropfen: Im Dezember steigt die Arbeitslosigkeit leicht an. Die Finanzkrise ist auch auf dem Gladbacher Arbeitsmarkt angekommen. "2008 war auf dem Arbeitsmarkt ein gutes Jahr", betont Schmitz. "Viele Menschen haben wieder Arbeit gefunden. Wir zählen rund 1800 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr."

Die Agentur hat die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitnehmern durch betriebsnahe Fördermaßnahmen und Qualifizierungen unterstützt. Im Dezember aber zeigen sich die Auswirkungen der globalen Finanzkrise auch auf dem regionalen Arbeitsmarkt.

573 Menschen verloren ihre Arbeit, vor allem im technisch-gewerblichen Bereich. Außerdem wächst die Kurzarbeit an, eine Entwicklung, die Schmitz positiv sieht. "Das ist goldrichtig. Die Unternehmen entlassen nicht, damit sie auf bewährte und qualifizierte Mitarbeiter zurückgreifen können, wenn die Konjunktur wieder anzieht", sagt er.

Firmen bemühen sich vermehrt um Frauen

Fachkräfte werden nämlich weiterhin gesucht. Die Zukunft sieht der Chef der Arbeitsagentur verhalten optimistisch: "Ich hoffe, dass sich keine neue Sockelarbeitslosigkeit bildet." Um den Bedarf an qualifiziertem Personal zu decken, bemühen sich die Firmen verstärkt um Frauen, die nach der Familienphase in den Beruf zurück kehren wollen.

Die Agenturen für Arbeit in Krefeld und Mönchengladbach haben daher das Netzwerk für Familienfreundlichkeit gegründet, dem sich bereits über 50 Unternehmen angeschlossen haben. Es geht darum, sich auszutauschen, Ideen vorzustellen und Tipps zu geben. "Meist ist es nicht so, dass die Unternehmen nicht wollen, sondern dass einfach das Know-how fehlt", erklärt Brigitte Bogan, Beauftragte für Chancengleichheit.

Da sei es hilfreich zu erfahren, dass manchen Firmen ein Eltern-Kind-Büro mit Spielecke einrichten, um Engpässe in der Kinderbetreuung zu überbrücken oder dass benachbarte Firmen einen gemeinsamen Shuttleservice zur nächsten Kindertagesstätte anbieten. Die Agentur wiederum bietet für die Berufsrückkehrerinnen Auffrischungskurse oder Fortbildungen an.

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