200 Mönchengladbacher sollten 2012 Schadensersatz zahlen.

Wer einzelne Songs herunterlädt, stellt diese oft automatisch tausendfach anderen Nutzern zur Verfügung.
Wer einzelne Songs herunterlädt, stellt diese oft automatisch tausendfach anderen Nutzern zur Verfügung.

Wer einzelne Songs herunterlädt, stellt diese oft automatisch tausendfach anderen Nutzern zur Verfügung.

Judith Michaelis

Wer einzelne Songs herunterlädt, stellt diese oft automatisch tausendfach anderen Nutzern zur Verfügung.

Mönchengladbach. Es sind vor allem junge und überwiegend männliche Nutzer, die unberechtigt Lieder, Filme oder Spiele im Internet herunterladen. Der Zugriff auf das kreative Werk anderer ist vermeintlich kostenlos, doch der Klick kann teuer werden.

Plötzlich flattert ein höchst unangenehmes Schreiben ins Haus: „Oft wurden Jugendliche schon bei meist geringen Verstößen gegen das Urheberrecht mit erheblichen Schadensersatzforderungen konfrontiert“, sagt Wolfgang Schuldzinski. Dem Mitglied der Geschäftsleitung der Verbraucherzentrale NRW sind bis zu 4500 Fälle in den letzten zwei Jahren im gesamten Bundesland bekannt. Bei der Mönchengladbacher Verbraucherberatung gab es rund 200 Anfragen Betroffener: „Sie sollten bis zu 1200 Euro Anwaltskosten zahlen“, sagt Schuldzinski.

Der Bundestag hat jetzt ein Gesetz erarbeitet, das dieser Entwicklung einen Riegel vorschieben könnte. Sollte es noch in dieser Legislaturperiode den Bundesrat passieren, dürfen nur noch Anwaltskosten bis zu 155 Euro eingefordert werden. Das schließt allerdings nicht aus, dass bereits beim ersten Verstoß gegen das Urheberrecht Schadensersatzforderungen gestellt würden: „Abmahnungen sind nicht per se schlecht. Sie schützen das Urheberrecht des Kreativen“, betont Günter Krings. Der Gladbacher CDU-Bundestagsabgeordnete hat das bisherige Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb mit überarbeitet. Es besagt unter anderem auch, dass bei unberechtigten Downloads die Gerichtsverhandlungen gegen den Verursacher immer an dessen Wohnort stattfinden müssen.

Nicht immer sei den Nutzern ihr Vorgehen klar

Die Verbraucherzentrale sieht das Gesetz als Schritt in die richtige Richtung. Das Problem überzogener Abmahnungen werde so angegangen: „Wir hätten uns allerdings eine höhere Schwelle für Strafanzeigen bei Ersttätern gewünscht“, sagt Schuldzinski. Nicht immer sei den Nutzern ihr Vergehen klar. Eine zunächst folgenlose Abmahnung könnte das Unrechtsbewusstsein schärfen und weitere Urheberverletzungen verhindern, glaubt der Verbraucherschützer.

Was viele nicht wissen: „Wer einzelne oder mehrere Songs herunterlädt, stellt diese automatisch auf einer Tauschbörse tausendfach anderen Nutzern zu Verfügung“, sagt Iwona Husemann, Referentin für Verbraucherrecht bei der NRW-Verbraucherzentrale. Dadurch summiere sich der Schaden. Auch könnten Musik- oder Filmindustrie nur so die IP-Adresse – also die Adresse des Computers im Internet – des Täters über den Anbieter herausfinden und Anzeige erstatten.

Die Alternative: Schon für etwa 1,50 Euro dürfen aktuelle Hits legal heruntergeladen werden. Alle 14 Tage bietet die Beratungsstelle Mönchengladbach Rechtsberatung zu diesem Thema an. Infos unter Tel. 02166/4 90 00 und im Internet:

www.verbraucherzentrale-nrw.de

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