Sport: Beim Citylauf wurde zwar der Zeit-Rekord nicht geknackt, aber die Teilnehmerzahl war rekordverdächtig.

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Bei den Profi-Frauen lagen zwei Kenianerinnen gemeinsam vorn. Gewinnerin Caroline Chepkwony hatte bis zu 30 Sekunden Vorsprung zum Feld.

Bei den Profi-Frauen lagen zwei Kenianerinnen gemeinsam vorn. Gewinnerin Caroline Chepkwony hatte bis zu 30 Sekunden Vorsprung zum Feld.

Knappe

Bei den Profi-Frauen lagen zwei Kenianerinnen gemeinsam vorn. Gewinnerin Caroline Chepkwony hatte bis zu 30 Sekunden Vorsprung zum Feld.

Korschenbroich. Der teilnehmerstärkste Wettbewerb startete gleich am Anfang. Als um 11.45 Uhr der Citylauf Korschenbroich mit dem Kids-Lauf begann, waren mehr als 1200 Mädchen und Jungen gemeldet. "Wie viele tatsächlich gelaufen sind, wissen wir nicht", sagt Korschenbroichs Stadtkämmerer Bernd Dieter Schultze, der am Sonntag das Wettkampfbüro leitete. Denn bei dem Lauf für Kinder von "null bis sechs Jahren" waren Begleitpersonen zugelassen, die sich nicht anmelden mussten, aber konnten.

Kleine Sportler zu Fuß, im Wagen, Tragetuch oder mit dem Laufrad

Martin Dittert war mit Tochter Maya (6) zum dritten Mal dabei. Manche Eltern kamen mit Kinderwagen oder hatten Söhne oder Töchter im Tragetuch. Größere Kinder bewegten sich auch auf Laufrädern über die 1100 Meter lange Strecke. "Die sind zwar nicht schnell", beschreibt Dittert die Faszination, "aber durch die Gemeinschaft entwickelt sich unheimlich Power."

Der spektakulärste Lauf startete um 14.50 Uhr mit 32 Handbikern. Menschen mit Querschnittslähmungen oder Amputationen trieben ihre Liege- oder Kniebikes mit 220 Watt aus der Kraft ihrer Arme neun Runden lang über 11862 Meter. Vorzeige-Athleten von internationalem Rang und mit den typischen ausgeprägten V-förmigen Oberkörpern waren mit dabei. Der Spitzenplatz war hart umkämpft, in der scharfen Kurve nach der Zielgeraden kam mancher ins Schlingern, Helfer richteten die Gefährte rasch wieder auf. Roel Bruijn aus den Niederlanden gewann schließlich.

Eine gute Zeit erzielte beim Lauf der Frauen Caroline Chepkwony aus Kenia mit 15:49 Minuten. Bereits in der zweiten Runde hatte sie sich mit ihrer Landsfrau Joyce Mwangi mehr als 200 Meter vom übrigen Feld abgesetzt. Doch die Konkurrentin blieb am Ende zurück, wurde ein- und überholt und sank schließlich im Ziel vollkommen erschöpft zusammen. Helfer des Roten Kreuz versorgten sie. Das Ziel von Hans Peter Walther, dem Organisator des Citylaufs, der vorhergesagt hatte, dass die Rekord-Zeit von 15:41 Minuten aus dem Jahr 2007 geknackt werde, bewahrheitete sich nicht. Irina Mikitenko hält sie nach wie vor.

Doch auch Hobby-Läuferinnen traten an, wie die 50-jährige Antoinette Jünger aus Mönchengladbach, die mit ihrer Zeit von 20:01 Minuten sehr zufrieden war, und die 35-jährige Silke Bommes aus Waldniel, die 19:18 Minuten brauchte. Beide nippten am Ende erschöpft am von den Helfern gereichten isotonischen Getränk. "Wir waren oft hier", sagen sie. "Man wird auch angefeuert, wenn man hinten läuft", freut sich die Jüngere.

Wenn’s schon mit der Zeit nicht klappte, hatte Organisator Walther die Chance, die Marke der höchsten Teilnehmer zu knacken. Die wurde 2008 mit 3014 Läufern aus 3442 Meldungen aufgestellt. Am Dienstag, nach Ablauf der regulären Bewerbungsfrist waren es schon 3065. Schließlich waren es 3560 Anmeldungen. An den Start gingen tatsächlich 3100.

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