Schulpolitik: Die rot-grüne Landesregierung will zum nächsten Halbjahreszeugnis die vor zwei Jahren eingeführte Regelung wieder abschaffen.

Matthias Hiekel

Mönchengladbach. Vor zwei Jahren wurden sie zum ersten Mal unter Protesten der Schüler und großem Arbeitsaufwand der Lehrer vergeben: Kopfnoten. Die rot-grüne Landesregierung hat nun vor, diese Noten aus schwarz-gelber Regierungszeit bereits auf den Halbjahreszeugnissen Anfang Februar wieder abzuschaffen.

„Mit Kopfnote ist Sozialverhalten schneller zu beurteilen“

Vermutlich zur Freude der Schüler, von denen sich viele durch diese Noten ungerecht bewertet gefühlt haben. Der Mehraufwand für Lehrer entfällt ebenfalls.

Doch Unternehmen und Handwerksbetriebe sahen die Bewertung des Arbeits- und Sozialverhaltens durchaus positiv. „Wie bedauern es sehr“, sagt Kreishandwerksmeister Frank Mund. „Kopfnoten geben Betrieben bei der Auswahl ihrer Auszubildenden die Möglichkeit, schnell auch ein Urteil über das Sozialverhalten treffen zu können“, erklärt er.

Dabei hat er an der Aussagekraft dieser Bewertungen keine Zweifel. Die Lehrerschaft habe sich viel Mühe bei der Benotung gegeben und „wir sehen es als durchaus faires Beurteilungssystem“. Er selbst beobachte immer wieder, dass Schüler mit schlechten Fach-, aber guten Kopfnoten auch positive Entwicklungen im Betrieb machten.

Frank Lorenz, Geschäftsführer der Aus- und Weiterbildung bei der Industrie- und Handelskammer, teilt die Meinung des Kreishandwerksmeisters. „Wenn man betrachtet, was sonst auf einem Zeugnis steht, nämlich Fachnote und unentschuldigte Fehlstunden, ist es klar, dass die Kopfnote durchaus wichtig ist für Unternehmen, sich eine Meinung über den Bewerbung bilden zu können.“

Vergleichbare Bewertungsart des Verhaltens würde begrüßt

Außerdem sieht Lorenz in den Kopfnoten eine Chance für schwächere Schüler. „Wer schlechte Leistung in den Fächern hat, dafür aber überdurchschnittlich gutes Sozial- und Arbeitsverhalten, der bekommt häufig doch noch eine Chance bei der Auswahl. Kopfnoten haben vielen Bewerbern die Türen geöffnet“, ist sich Lorenz sicher.

Schulministerin Sylvia Löhrmann will anstelle der Kopfnoten den Schulen die Option geben, dass sie Eltern eine Rückmeldung über das Arbeits- und Sozialverhalten geben. „Wir würden es begrüßen, wenn die Kopfnoten erhalten blieben, schließlich gab es die früher schon und schlecht war das nicht“, wendet Mund ein. Lorenz von der IHK ergänzt: „Wenigstens eine vergleichbare Art der Bewertung wäre wünschenswert, um weiterhin eine Aussage über das Verhalten zu bekommen.“

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