Jung-Designerin Olga Philippi hat Dienstkleidung für Justizbeamte entworfen.

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Olga Philippi hat modische Uniformen für Justizbeamte entworfen. Bernd Scheiff und Wilhelm Oligschläger sahen sich die Ausstellung an.

Olga Philippi hat modische Uniformen für Justizbeamte entworfen. Bernd Scheiff und Wilhelm Oligschläger sahen sich die Ausstellung an.

Olga Philippi hat modische Uniformen für Justizbeamte entworfen. Bernd Scheiff und Wilhelm Oligschläger sahen sich die Ausstellung an.

Mönchengladbach. Die junge Modemacherin hat die Entwürfe von drei Kollektionen mit ins Landgericht gebracht. Beim Modell "Classic" hat sie eine konservative Linie entworfen, "Fashion" ist modern und bei "Vanguard" hat sich Olga Philippi an experimentelle Ideen herangewagt.

Alle drei entsprechen zurzeit nicht dem Standard, den die Dienstrichtlinien vorschreiben. Und so steht noch in den Sternen, ob die Justizvollzugsbeamten in NRW jemals die Uniformkollektionen der jungen Design-Ingenieurin tragen werden.

"Ich habe mein Bestmögliches getan", sagt Olga Philippi. Immerhin hat sie alle Einzelheiten, von den Schnitten über die Stoffvorgaben bis zu den Farben der neuen Kollektionen für die Produktion der Uniformen fertig ausgearbeitet.

Sechs Wochen hatte sie Zeit, um im Rahmen ihrer Bachelorarbeit an der Hochschule Niederrhein eine Dienstbekleidungskollektion für den Wachtmeisterdienst der Justizverwaltung des Landes NRW zu entwerfen.

Auf das sehr spezielle Thema für ihren Abschluss stieß die 26-Jährige gemeinsam mit ihrer Professorin, der Diplomdesignerin Jutta Wiedemann. Von ihrem Auftraggeber, dem Präsidenten des Gladbacher Landsgerichts, Bernd Scheiff, gab es für die junge Modefachfrau keine Vorgaben.

Ausgangspunkt waren die Wünsche und Ansprüche der Justizwachmeister am Landgericht, die Olga Philippi vorab erfragte. Seit 30 Jahren hat sich das Outfit der Justizbeamten nicht verändert.

Klar, dass sich Wilhelm Oligschläger und seine Kollegen über neue Uniformen freuen würden: "Stoffe und Aussehen entsprechen einfach nicht mehr den modernen Ansprüchen unseres Berufsalltags", sagt der Erste Justizhauptwachmeister.

Accessoires gibt es in den Farben des Landes NRW

Mit Fresko setzt Philippi bei der neuen Uniform auf einen strapazierfähigen, pflegeleichten und atmungsaktiven Stoff für Sakko und Hose. Das bisherige Justiz-Grün ist bei ihr out, stattdessen hat die Designerin Schwarz und Anthrazit als Hauptfarben gewählt: "Sie sind repräsentativ und strahlen Autorität aus", erklärt sei. Die NRW-Landesfarben sind ihre Effektfarben für Hemden, Accessoires und andere Extras.

Und für das individuelle Erscheinungsbild der Beamten hat sich die Modemacherin einen besonderen Clou ausgedacht: So ziert unter anderem ein Spruch von Konfuzius das Binnenfutter der Sakkos. Nicht nur bei den Farben, auch im Schnitt weichen die neuen Modelle vom bisherigen Stil ab.

Die Jacken der experimentellen Linie haben einen Reißverschluss statt Knöpfen und wären sogar im Zivilleben en vogue. Doch Philippi haben es Uniformen angetan: "Mein Freund ist Offizier bei der Bundeswehr. Ich kenne mich mit Ansprüchen und Problemen bei diesem Kleidungsstück aus."

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