Jubiläum: Auf 50 Jahre Geschichte blicken Neuwerker und Salvatorianerinnen zurück.

Jubiläum
Schwester Gisela (l.) war auch lange in der Geschäftsführung des Krankenhauses Neuwerk tätig.

Schwester Gisela (l.) war auch lange in der Geschäftsführung des Krankenhauses Neuwerk tätig.

Hans-Peter Reichartz

Schwester Gisela (l.) war auch lange in der Geschäftsführung des Krankenhauses Neuwerk tätig.

Mönchengladbach. Das Refektorium im Kloster Neuwerk ist voll an diesem Nachmittag und erfüllt von Stimmengewirr und dem Klirren der Kaffeetassen. Die Ordensschwestern der Salvatorianerinnen haben zu Kaffee, Kuchen und dem Austausch von Erinnerungen geladen. Der rege Zuspruch beweist, wie sehr die Schwestern mittlerweile zu Neuwerk gehören. Dabei war das nicht immer so, wie Schwester Gisela, Salvatorianerin der ersten Stunde in Neuwerk, erzählt.

„Neuwerk muss salvatorianisch werden, basta“

Damalige Generaloberin

„Der damalige Pfarrer war uns nicht wohlgesonnen und verbreitete das Gerücht, die Salvatorianerinnen kämen aus Amerika, seien sehr reich und tränken Schnaps“, berichtet die 89-jährige und erntet Gelächter. Der Orden hatte das Kloster Neuwerk zum 1. Januar 1961 von den Franziskanerinnen übernommen, die unter Schwesternmangel litten und sich auf ihre Arbeit in den Krankenhäusern Maria Hilf und St. Franziskus konzentrieren wollten. Obwohl die Salvatorianerinnen keine Erfahrung in der Organisation von Krankenhäusern hatten, griffen sie zu, als ihnen Neuwerk angeboten wurde. „Neuwerk muss salvatorianisch werden, basta“, entschied die damalige Generaloberin und strukturierte dafür sogar die Ordensprovinzen um.

Schwestern blieben am ersten Tag im alten Krankenhaus-Aufzug stecken

Neuwerk hat für den Orden große Bedeutung, weil Mitbegründerin Therese von Wüllenweber hier ihr erstes Stift einrichtete. Also schickte der Orden Schwester Gisela und zwei weitere Ordensfrauen nach Neuwerk, um in vier Wochen von den Franziskanerinnen zu lernen, wie man ein Krankenhaus leitet. Die kurze Ausbildungszeit scheint gereicht zu haben, denn die Schwestern übernahmen das alte Neuwerker Krankenhaus problemlos, hatten aber mit dem maroden Bauwerk und der veralteten Technik zu kämpfen. Gleich am ersten Tag blieben die Schwestern im alten Aufzug stecken und konnten erst nach Stunden befreit werden.

Die Zustände im alten Gebäude könne man gar nicht beschreiben, meint Schwester Gisela. So wurde neu gebaut: 1964 war die Grundsteinlegung, 1968 ging das neue Krankenhaus dann in Betrieb. Das Neuwerker Hospital war nicht nur zentraler Baustein der medizinischen Versorgung im Stadtteil, es bot auch Arbeitsplätze. Ernestine Hubertz und Christel Rieken arbeiteten lange Jahre in Wäscherei und Bügelzimmer. Sie erinnern sich auch noch an die Ankunft der Salvtorianerinnen. „Sie waren jünger und weltoffener als die Franziskanerinnen“, erzählt Christel Rieken.

Salvatorianerinnen haben Kloster Neuwerk zu ihrer Heimat gemacht

35 Ordensschwestern leben und arbeiten heute im Kloster Neuwerk – ebenso viele wie zu Beginn 1961. Sie haben das Kloster zu ihrer Heimat gemacht und die Neuwerker danken es ihnen. „Ich freue mich, dass so viele heute Nachmittag gekommen sind“, sagt die 89-jährige Schwester Gisela, „und dass ich das hier erleben kann.“

Die Ordensschwestern feiern bereits die ganze Woche ihr 50-jähriges Bestehen in Neuwerk.

Am Donnerstag gibt’s um 15.30 Uhr in der Klosterkirche „Meditative Impulse“. Morgen können Kinder ab fünf Jahren um 15 Uhr das Klosterleben entdecken, ab 17 Uhr haben Jugendliche Gelegenheit kritische Fragen zu stellen.

Die Festwoche endet am Sonntag mit einem Tag des offenen Klosters ab 7.30 Uhr.

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