Ein 16-Jähriger von der Hauptschule Rheindahlen hat die Tat zugegeben. Das Motiv bleibt unklar.

Im betroffenen Schulzentrum Rheindahlen ist neben der Hauptschule auch noch ein Gymnasium untergebracht.
Im betroffenen Schulzentrum Rheindahlen ist neben der Hauptschule auch noch ein Gymnasium untergebracht.

Im betroffenen Schulzentrum Rheindahlen ist neben der Hauptschule auch noch ein Gymnasium untergebracht.

Jörg Knappe

Im betroffenen Schulzentrum Rheindahlen ist neben der Hauptschule auch noch ein Gymnasium untergebracht.

Mönchengladbach. „Amok KHS Rhein 5.10.2013“ – diese Nachricht wurde vor Beginn der Sommerferien auf einer Hauswand in Wickrath entdeckt. Die Verunsicherung über einen möglichen Amoklauf war bei den Schülern und Lehrern der Katholischen Hauptschule Rheindahlen sowie vieler Eltern wochenlang dementsprechend groß.

Jetzt herrscht kollektives Aufatmen: Der Täter – ein 16-jähriger Schüler der Hauptschule – hat schon vor einigen Tagen die Polizeiwache in Rheydt aufgesucht und die Amokdrohung zugegeben. Kurz zuvor hatte er laut Polizeisprecher Willy Theveßen eine Vorladung erhalten, da er zu den Verdächtigen zählte. Über das Motiv des Schülers gebe es keine genauen Erkenntnisse.

Schulleiter Heinz Schäfers hat bereits einen Brief an alle Eltern geschickt, in dem offiziell Entwarnung gegeben wird. „Wir sind froh, dass wir uns wieder auf das Lernen und Lehren konzentrieren können“, sagt Schäfers.

Die Schulleitung führte eine „Rasterfahndung“ durch

Endlich laufe kein „zweiter Film nebenher, der einen belastet“. Die letzten Wochen seien wegen der über allem schwebenden Drohung extrem gewesen. „Besonders die psychische Belastung war für alle sehr groß. Man ist ja auch verantwortlich für die Sicherheit und versucht alles, um mögliche Gefahren irgendwie abzuwenden“, so der Schulleiter weiter.

Nach Bekanntwerden der Drohung habe man an der Schule in „zeitaufwendiger und mühevoller Form“ versucht, den Täter zu identifizieren. Dazu wurden die Gerüchte, die an der Schule umherschwirrten, protokolliert und zahlreiche Schüler vernommen. „Das war ähnlich wie bei einer Rasterfahndung“, sagt Schäfers. Die Protokolle wurden dann an die Polizeistelle übergeben. „Wir haben damit alles gut vorbereitet. Der entscheidende Schritt kam von der Polizei.“

Im  Juli verbreitete sich über Facebook die Nachricht, am Franz-Meyers-Gymnasium sei ein Amoklauf geplant. Schüler schickten sich die Meldung zu, Eltern wurden aufmerksam und riefen bei der Polizei an.

Schnell stellte sich die Ankündigung als böser Streich heraus. Nirgends an der Schule konnte die Polizei etwas eine Nachricht über einen Amoklauf finden. Dennoch wurden die Schüler an dem Tag wegen der Unruhe nach Hause geschickt.

Im Vorfeld hatte die Schulleitung zusammen mit den Beamten Sicherheitsvorkehrungen für den 5. Oktober – einen Samstag – getroffen. Die Maßnahme, dass am Freitag, 4. Oktober, der Unterricht ausfällt, bleibt trotz Entwarnung bestehen. Gegen den 16-Jährigen läuft nun ein Verfahren wegen „Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten“. Dafür sind bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe möglich.

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