Mönchengladbach. Anstatt lebensrettender Rauchmelder sollen zwei deutsche Geschäftsleute in großem Stil unbrauchbare Plagiate verkauft haben.

Die 44 und 59 Jahre alten Männer hätten die mehr als 400 000 Fälschungen in China in Auftrag gegeben und mitsamt gefälschter Prüf-Siegel an große Handelsketten wie Aldi Süd, Plus und Praktiker verkauft, sagte Staatsanwältin Carola Guddat am Donnerstag beim Prozessauftakt gegen die Kaufmänner vor dem Landgericht Mönchengladbach.

Die beiden Angeklagten müssen sich wegen Betruges, Urkundenfälschung und Marken-Verstößen verantworten. Die Verteidiger stellten einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter und kündigten eine Besetzungs-Rüge an.

Das Gericht habe mit dem Verteidiger eines Angeklagten Gespräche geführt, ohne die Verteidiger des zweiten Angeklagten darüber zu informieren, kritisierte Anwalt Norbert Gatzweiler.

Dabei sei es um eine Bewährungsstrafe im Gegenzug für ein Geständnis gegangen. Dies hätte seinen bei den Gesprächen ausgeschlossenen Mandanten benachteiligt. Zu den Vorwürfen wollten die Verteidiger zunächst keine Stellung nehmen.

Der angeklagte 59-Jährige aus Osterholz-Scharmbeck (Niedersachsen) hatte laut Anklage auch die Lizenzen für die Original-Geräte der Firma Eyston aus Hongkong besessen und die Originale vertrieben. Mit Hilfe seines Komplizen soll dann die Firma «Global Success» in China die wesentlich günstigeren Fälschungen beschafft haben.

Für 2,25 Euro pro Stück seien dann 370 000 gefälschte Geräte unter dem Namen «Eurotools» an Aldi Süd verkauft worden. Ein Testkäufer im Auftrag von Eyston habe den Schwindel schließlich ans Licht gebracht und große Rückrufaktionen ausgelöst.

Allein bei Aldi Süd entstand bei einer Rückrufaktion der Rauchmelder ein Schaden von 300 000 Euro. Insgesamt sind drei Prozesstage für das Verfahren angesetzt.

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