Rheydt: Der angenommene Insolvenzplan bedeutet für sie weniger Geld und den möglichen Erhalt der Kette.

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„Ohne KarStadt GeisterStadt?“ Für den Erhalt des Rheydter Hauses protestierten Mitarbeiter auch im Juni 2009.

„Ohne KarStadt GeisterStadt?“ Für den Erhalt des Rheydter Hauses protestierten Mitarbeiter auch im Juni 2009.

Jörg Knappe

„Ohne KarStadt GeisterStadt?“ Für den Erhalt des Rheydter Hauses protestierten Mitarbeiter auch im Juni 2009.

Mönchengladbach/Rheydt."Es sieht für uns gar nicht so schlecht aus", sagt Ursula Richter. Die Betriebsratsvorsitzende bei Karstadt Rheydt war gestern Morgen seit zehnUhr aufmerksame Beobachterin der Gläubigerversammlung in Essen. In Rheydt sind noch knapp 140 Voll- und Teilzeitkräfte beschäftigt. Sie zittern seit langem um ihre Jobs. Richter hielt die Kolleginnen und Kollegen von Essen aus über Handy auf dem Laufenden.

Bei den Verhandlungen über einen Einstieg bei der insolventen Warenhauskette Karstadt sollen Interessenten ihr Angebot bereits bis Freitag, 23. April, 17 Uhr vorlegen.

Die bislang im Insolvenzplan vorgesehene Frist für eine Unterzeichnung des Kaufvertrags bis Monatsende soll nach dem Willen von Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg jedoch aufgehoben werden. Für eine Änderung der Frist im Insolvenzplan sprach sich Görg während der Gläubigerrunde aus.

"Wir haben einen Sanierungs-Tarif vereinbart."

Klaus Glier, Verdi

Von den sechs Interessenten würden derzeit insbesondere mit einem der Kandidaten "sehr intensive Gespräche" geführt, sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters der dpa. Details nannte er nicht.

Möglicherweise droht dem Warenhauskonzern dennoch die Zerschlagung. Unter den Interessenten sollen auch Hedgefonds wie Blackstone, Sun Capital oder Premira sein. Mit der Annahme des Insolvenzplans durch die Vielzahl der Gläubiger ist jedenfalls der Weg zum Einstieg eines Käufers geebnet.

Das ist auch für Richter "ein guter Weg", wenngleich die Beschäftigten vor weiteren Einschnitten bei den Gehältern stehen. So verzichten die 26000 Mitarbeiter in den 120 verbliebenen Filialen auf 150Millionen Euro. "Dazu haben wir einen Sanierungs-Tarif vereinbart", sagt Klaus Glier von Verdi. Für den Einzelnen bedeutet das: weniger Lohn in der Tüte und Verzicht für einen längeren Zeitraum auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

Das Rheydter Haus neben dem Rathaus gehört zu den wenigen, die laut Verdi schwarze Zahlen schreiben. Vor kurzem war für Karstadt Rheydt die Miete gesenkt worden. Auch das soll das Überleben erleichtern.

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