Ein 14-Jähriger und zwei 16-Jährige haben auf dem Gehweg einen 56-jährigen Kneipengänger attackiert und ausgeraubt.

Auf der Marienkirchstraße in Eicken hat sich der Überfall ereignet.
Auf der Marienkirchstraße in Eicken hat sich der Überfall ereignet.

Auf der Marienkirchstraße in Eicken hat sich der Überfall ereignet.

Jörg Knappe

Auf der Marienkirchstraße in Eicken hat sich der Überfall ereignet.

Mönchengladbach. Peter T. (Name geändert) war auf dem Heimweg von einem Trinkgelage in einer Kneipe am Eickener Markt. Am Ende aber landete der stark alkoholisierte 56-Jährige mit einer blutenden Kopfwunde im Krankenhaus. Und als ob das nicht schon genug wäre, war er auch noch um sein Portemonnaie erleichtert.

Drei Jugendliche - einer vierzehn, die zwei anderen sechzehn Jahre alt - hatten ihn wenige Meter vor seiner Haustür an der Marienkirchstraße hinterrücks attackiert und ihm anschließend die Geldbörse samt Kreditkarten gestohlen. Weil Peter T. zu betrunken war, konnte er sich nicht mehr an den Überfall erinnern.

Die Tat hat sich bereits am vergangenen Donnerstag gegen 19 Uhr ereignet. Erst jetzt konnte das Trio durch Aufnahmen einer Überwachungskamera in der Stadtsparkasse von der Polizei ermittelt werden. Dort hatten die Räuber kurz nach ihrem Angriff mit der EC-Karte des Opfers einen Konto-Auszug drucken lassen.

Als Rädelsführer gilt einer der zwei 16-Jährigen: Er hatte den Überfall eingeleitet, indem er mit voller Wucht auf den Rücken von Peter T. gesprungen war. Der stürzte daraufhin mit dem Kopf zu Boden und zog sich dabei die schweren Kopfverletzungen zu.

Der Mann war offenkundig betrunken - und daher wehrlos

Was die Polizei erschreckt, ist die "beachtliche kriminelle Energie" der blutjungen Täter. Sie hatten sich Peter T. ganz bewusst als Ziel ihres Angriffs ausgesucht. Der Mann torkelte, war offenkundig betrunken - und damit hilflos. Bei der Polizei-Vernehmung gaben die geständigen Jungspunde zu Protokoll, sie hätten das Risiko, auf Gegenwehr zu stoßen, als gering eingestuft.

Die Zahl von mutmaßlichen Straftätern, die Kinder oder Jugendliche sind, ist in den vergangenen Jahren in Mönchengladbach nicht angestiegen. 531 der insgesamt 9.956 Tatverdächtigen - und damit 5,3 Prozent - waren 2008 Kinder zwischen "0 und 14 Jahren" (2007: 563, 2006: 487); 1276 von ihnen - und damit 12,8 Prozent - waren Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren (2007: 1.293; 2006: 1.247). Besonders bei Kindern waren leichte Diebstähle besonders häufig.

Die Jugendlichen sind inzwischen wieder in die Obhut ihrer Erziehungsberechtigten zurückgegeben worden. Das Jugendamt und die Jugendgerichtshilfe wurden jedoch eingeschaltet, um sie zu betreuen und ihr soziales Umfeld zu erkunden. Wenn sie später auf die Anklagebank am Gericht zitiert werden, wird für sie das Jugendstrafrecht gelten. Keiner der drei ist volljährig.

Der 14-Jährige und einer der beiden 16-Jährigen stammen aus Odenkirchen. Der 16-Jährige, der mit seinem Sprung die Initialzündung zur Attacke gegeben hatte, kommt aus Eicken. Sie alle sind deutsche Staatsbürger. Laut Polizei besuchen sie Förder- und Hauptschulen. Auf dem Revier sind sie keine Unbekannten - bislang waren es jedoch nur kleinere Delikte wie Ladendiebstähle, wegen derer sie auffällig wurden.

Ihr Opfer Peter T. ist unterdessen laut Polizei aus dem Krankenhaus entlassen worden. Dem Mann geht es offenbar wieder besser.

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