Elftklässler der Gesamtschule Volksgarten erarbeiteten Ideen zur Stadtentwicklung. Baudezernent Gregor Bonin verspricht Umsetzung.

Elftklässler der Gesamtschule Volksgarten erarbeiteten Ideen zur Stadtentwicklung. Baudezernent Gregor Bonin verspricht Umsetzung.
Outdoor-Sportgeräte wie hier in Krefeld soll es auch im Bunten Garten geben. Archiv

Outdoor-Sportgeräte wie hier in Krefeld soll es auch im Bunten Garten geben. Archiv

Thomas Lammertz

Outdoor-Sportgeräte wie hier in Krefeld soll es auch im Bunten Garten geben. Archiv

Gregor Bonin ist hellauf begeistert – so sehr, dass er gleich seine Unterstützung signalisiert. Die Idee von Schülern der Gesamtschule Volksgarten, im Bunten Garten Außensportgeräte anbieten zu wollen, findet er nämlich sowohl richtig als auch konsequent. „Dort gibt es bereits gelebte, integrative Quartiersarbeit, aus der vieles entstanden ist, besonders für Kinder und junge Familien“, sagt der städtische Bau- und Planungsdezernent.

Um dem Gedanken der wachsenden Stadt für alle Bevölkerungsschichten Rechnung zu tragen, müsse man künftig auch noch mehr dafür sorgen, dass Ältere sich im Bunten Garten ebenfalls willkommen fühlten. Outdoor-Fitnessgeräte, vielerorts in Form von „Generationenspielplätzen“ angeboten, hält er da für die passende Idee. „Wir machen das“, sichert Bonin den Schülern zu: „Das ist ein Weg, den wir gemeinsam aktiv gehen können.“ Ob es nun darum gehe, Kontakte mit den entsprechenden Initiativen herzustellen oder die Anträge für eine Förderung aus dem Topf für bürgerschaftliches Engagement zu stellen.

Die Idee der Schüler: Jugendliche könnten an den Geräten Kurse für Senioren anbieten, Schulen könnten sie ebenfalls nutzen, Migranten darüber integriert und der Stadtsportbund mit ins Boot geholt werden. Die Kosten für die Geräte lägen (ohne Baukosten) bei 13 000 bis 35 000 Euro.

Viele befragte Passanten fühlen sich am Alten Markt unsicher

Den Elftklässlern ist die Idee jedoch nicht aus dem Nichts gekommen. Ihre Analysen und Handlungsvorschläge für verschiedene Themenbereiche entstanden in drei Sozialkunde-Kursen. Auf Einladung der Schule hatte Stadtbaurätin Karoline Nolte den knapp 80 Schülern das Thema vorgestellt, anschließend gingen diese mit ihrem Lehrer Jan Oltersdorf ans Werk. Sie befragten Passanten in Gladbach, außerdem Studenten in mehreren Städten – insgesamt fast 1000 Menschen – und entwickelten daraus konkrete Handlungsvorschläge, die sie nun Bonin vorstellten.

Eine Erkenntnis der Umfrage: Einkaufsmöglichkeiten und Innenstadtgestaltung sind nur für 15 Prozent der Befragten hinsichtlich ihrer Standortwahl ausschlaggebend, für 76 Prozent hingegen sind es die sozialen Kontakte. Das heißt im Umkehrschluss: Je mehr junge Menschen Gladbach halten kann, desto mehr aus ihrem Umfeld bleiben ebenfalls. Für die persönliche Entscheidung wichtig sind auch das Bildungsangebot sowie berufliche Möglichkeiten – die Stadt muss also als Hochschul- und Wirtschaftsstandort noch besser werden. Zwei Drittel der Befragten schätzten Gladbach als Stadt mit eher hoher Lebensqualität ein.

In Bezug auf den Alten Markt stellten die Schüler fest, dass viele der Befragten diesen Ort für sehr unansehnlich und abends sehr dunkel halten. Das führt zu einem subjektiven Gefühl des Unwohlseins. Mehr als ein Drittel der befragten jungen Männer fühlt sich in Altstadt und an Altem Markt nachts verunsichert, bei den Frauen zwei Drittel. Gut ein Drittel der Befragten würde dem entweder mit hellerer Beleuchtung oder höherer Polizeipräsenz begegnen wollen. Um die Optik zu verbessern, sollten Fassaden verschönert, zusätzliche Grünflächen geschaffen und die Sauberkeit verbessert werden.

Bonin rät von einer „Überpräsenz“ der Polizei ab

Bonin lobte die Ausführungen der Schüler. Er sprach von den mobilen Urinalen, die an Karneval zum Einsatz kommen sollen, um Wildpinklern zu begegnen, und skizzierte den Einsatz der Mags, der auch ein „erziehendes Moment“ beinhalte: „Wenn die Leute sehen, da kümmert sich jemand, halten sie die Stadt vielleicht zunehmend auch selbst sauberer.“ Zeiten, Umfänge und Dienste von Polizei und Ordnungsdienst müssten in der Tat noch besser aufeinander abgestimmt werden, er rate jedoch auch von einer „Überpräsenz“ ab.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer