Prinzessin Niersia Kirsten hat ein Händchen für blaue Himmel. Nicht alles im Zoch gefiel.

Was wäre der Karneval ohne ihn: MKV-Chef Bernd Gothe blüht auf.
Was wäre der Karneval ohne ihn: MKV-Chef Bernd Gothe blüht auf.

Was wäre der Karneval ohne ihn: MKV-Chef Bernd Gothe blüht auf.

Was wäre der Karneval ohne ihn: MKV-Chef Bernd Gothe blüht auf.

Mönchengladbach. Prinzessin Niersia Kirsten strahlt, als sie mit ihrem Mann Holger I. den Prinzenwagen besteigt. Beim Schneetreiben am Altweiber-Donnerstag hatte sie das närrische Volk ermahnt, die Teller leer zu essen, damit beim Veilchendienstagszug (VDZ) die Sonne scheint - der Wunsch der Tollität war den Jecken wohl Befehl. "Ich hab’ Euch alle lieb!", ruft sie begeistert und belohnt die vielen Menschen am Straßenrand mit reichlich Kamelle und strahlendem Lächeln.

Um 13.30 Uhr setzte sich der Zug in Bewegung. Vorne weg die berittene Polizei, dahinter die Standartenreiter des Karnevalsverbandes auf glänzenden Rappen und wieder dahinter achtspännig ein Wagen mit stattlichen Rheinischen Kaltblütern aus Brück in Brandenburg aus der Nähe von Berlin.

"Wir waren am Samstag in Brühl und Montag in Köln auf dem Zug", sagt der Leiter dieser Pferde-Parade, die ihr Quartier für die tollen Tage an der Trabrennbahn aufgeschlagen hatte. Aus Köln stammt auch der Blumenschmuck auf dem Wagen. "Hier in Gladbach ist man mit viel Herz bei der Sache", sagt er. "In Köln und Brühl ist das nur noch Kommerz."

"Klamotte maake Lüüt" - so heißt das Motto des Karnevals. Die leckeren Jecken beziehen sich darauf, schicken erst ein paar Schweine vorweg und kommentieren: "Op et Hätz kütt et aan", worauf eine Schar von Menschen in der Kleidung frisch promovierter Doktoren folgt. Mehrere Gruppen kommen als Karl Lagerfeld daher, das macht den Zug ein bisschen eintönig. Manche Gesellschaften nagelten lediglich die Füllung eines Altkleidersackes an ihre Wagen, um sie für den VDZ zu rüsten.

Zum Karneval gehören aber auch Kamelle, die gab es reichlich, wenn auch verspätet. Es dauerte, bis die Kinder endlich welche sammeln konnten, denn erst kamen die Pferde, dann die Smart-Kolonne und schließlich der Wagen der Zugleitung. Dort, wo der Zug von der Hindenburg- in die Bismarckstraße abbiegt, beschied eine "Käfer-Frau" mit Enkelkindern nach einer Stunde Zug-Ansehen: "Kinner, jetzt jeht et naar Hus."

Und dazwischen gab es viele Lichtblicke. So die Schar von Spinnrädern der KG Roer möt, eine Ansammlung von Punks (Mitarbeiter der Stadtsparkasse) oder eine Gruppe aus Odenkirchen, die mit Garnrollen und Maßbändern kostümiert war.

Auch die Mottowagen, die die schwarz-gelbe Koalition im Bund oder die Ampel in Gladbach aufs Korn nahmen, sorgten für Schmunzeleien: Der Elefantenwagen des Kinderprinzenpaares Alexander I. und Julia I. glänzte ebenso.

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