Die Einrichtung wird in Neuwerk verteidigt.

Mönchengladbach. "Natürlich ist das Wissen um die Herkunft ein hohes Gut, doch das Leben eines Kindes ist deutlich höher zu bewerten", sagt Jan Schlenker, Geschäftsführer des Krankenhauses Neuwerk, und nimmt damit Stellung zur Erklärung des Ethikrates vom Donnerstag, in der die Abschaffung von Babyklappen gefordert wurde. Diese würden das Recht der Kinder auf Kenntnis ihrer Herkunft verletzen, hieß es da. Das Krankenhaus Neuwerk ist in der Region das einzige, das eine Babyklappe betreibt, und das seit 2002 mit bereits einigen Fällen.

Jedes Baby, das in eine Babyklappe gelegt würde, habe zumindest kein ungewisses Schicksal, sagt Schlenker. Sie rette definitiv Leben. Auch verkenne der Ethikrat die Tatsache, dass die Mütter, nachdem sie ihr Baby abgegeben hätten, noch acht Wochen Zeit hätten, es wieder anzunehmen, bevor ein Adoptionsverfahren eingeleitet würde. "Ich weiß von mindestens einem Fall, in dem eine Mutter ihr Kind wieder zu sich geholt hat", erklärt Schlenker.

Schließlich befänden sich die meisten Mütter, die ihr Kind abgäben, in einer Ausnahmesituation. "Viele haben ihre Schwangerschaft gar nicht bemerkt oder sie psychologisch verdrängt." Somit wären diese Mütter für ein verbessertes Beratungsangebot vor der Geburt, wie vom Ethikrat gefordert, auch gar nicht ansprechbar. "Und die Babyklappe ist nur der letzte Teil eines großen Aktions- und Beratungsnetzes", sagt Schlenker. vobu

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