Er soll Frau und Sohn misshandelt haben. Den Jungen wollte er zum Gotteskrieger erziehen.

Ein Islamist aus Mönchengladbach ist vom Landgericht Düsseldorf verurteilt worden. Ugur S. aus Rheydt muss für zwei Jahre und neun Monate in Haft, weil er seine Frau und seinen elfjährigen Sohn misshandelt haben soll. Mit seinen Quälereien habe der 31-Jährige aus dem Umfeld des inhaftierten Salafistenführers Sven Lau seinen Jungen „stählen und zum Gotteskrieger machen wollen“.

Ugur S. war ursprünglich vorgeworfen worden, 2014 in Syrien an Kämpfen der Terrormiliz „Islamischer Staat“ teilgenommen zu haben. Er soll sich später sogar einer „Kampfverletzung“ an der Wade gerühmt haben. Die entpuppte sich im Prozess aber als „aufgeplatzter Pickel“, so die Richterin im Urteil. Da ihm eine IS-Mitgliedschaft nicht nachzuweisen war, wurde Ugur S. in diesem Punkt freigesprochen.

Das Haft-Urteil erging wegen gefährlicher Körperverletzung, versuchter Nötigung und weiterer Übergriffe in acht Fällen. Die Vorsitzende Richterin kritisierte die Rechtsanwälte: Auf deren Betreiben hin habe das Paar während der Untersuchungshaft geheiratet und damit die Aussage des elfjährigen Jungen vor Gericht verhindert und frühere Angaben mit einem Verwertungsverbot belegt.

Auf Sven Lau kommt Prozess wegen der „Scharia-Polizei“ zu

Auch für Sven Lau wird es eng. Er muss sich demnächst nicht nur wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung verantworten. Auch die von ihm initiierte „Scharia-Polizei“-Aktion vor anderthalb Jahren in Wuppertal hat nun doch ein gerichtliches Nachspiel. Das Landgericht Wuppertal hatte im Dezember 2015 die Eröffnung eines Strafprozesses gegen die Scharia-Polizei noch abgelehnt. Nach der Beschwerde der Staatsanwaltschaft hat der dritte Strafsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf jetzt aber die Anklage gegen acht Angeschuldigte zugelassen.

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