Der Australier Nicholas Milton dirigiert am Donnerstag das 4. Sinfoniekonzert. Als Solistin hat Generalmusikdirektor Mihkel Kütson die Geigerin Tai Murray ausgewählt.

Kultur
Tai Murray hatte bereits Auftritte in Berlin, Shanghai und London. Dirigent Nicholas Milton urteilt: „Eine tolle Geigerin.“

Tai Murray hatte bereits Auftritte in Berlin, Shanghai und London. Dirigent Nicholas Milton urteilt: „Eine tolle Geigerin.“

J. Wesely

Tai Murray hatte bereits Auftritte in Berlin, Shanghai und London. Dirigent Nicholas Milton urteilt: „Eine tolle Geigerin.“

Mönchengladbach. Die drei Werke für das 4. Sinfoniekonzert der Niederrheinischen Sinfoniker hat Generalmusikdirektor Mihkel Kütson ausgesucht. Dirigieren wird sie der Australier Nicholas Milton, den Kütson ausgewählt hat, ohne dass die beiden sich vorher persönlich kannten. „Das ist so üblich bei Gastdirigenten. Ich bin aber sehr zufrieden“, sagte er bei der Vorstellung des Programms im Gladbacher Theater. Auftakt ist morgen um 20 Uhr in der Gladbacher Kaiser-Friedrich-Halle (weitere Termine siehe Kasten).

Ouvertüre zur Oper „Euryanthe“ eröffnet den Konzertabend

Aufgeführt werden Werke von Carl Maria von Weber, Felix Mendelssohn Bartholdy und Edward Elgar. Zu Beginn ist von Webers Ouvertüre zur Oper „Euryanthe“ zu hören. „Diese besonders tolle Musik ist ein wunderbarer Einstieg in das Konzert“, sagt Milton. „Euryanthe“ gilt nach der Erfolgsoper „Der Freischütz“ als von Webers erste große, durchkomponierte Oper.

Das Werk beginnt schwungvoll und mit viel Glanz. Später gibt es auch tragische Momente. Indem der Komponist auf eine langsame Einleitung verzichtet, unterscheidet sich diese erkennbar von seinen übrigen Opernouvertüren.

Mit Leidenschaft und Melancholie beginnt das zweite Werk, Felix Mendelssohn Bartholdys Violinkonzert e-Moll op. 64. Kritiker loben die „höchste Virtuosität und unbeschwerte Leichtigkeit“. Beim Solopart ließ er sich von seinem Jugendfreund Ferdinand David, einem langjährigen Konzertmeister des Gewandhausorchesters, inspirieren. „Es ist perfekte Musik in einem der berühmtesten Konzerte aller Zeiten“, sagt Milton.

Mit dem dritten Werk wird es rätselhaft

Das dritte Werk sind die Enigma-Variationen op. 36 von Edward Elgar, die ihrem Namen (Enigma bedeutet Rätsel) gerecht werden. Denn bekannt ist nur, dass die Bezeichnung der Variationen dieses Orchesterwerks für die Namen von Menschen aus Elgars Umfeld stehen, die er mit seiner Musik darstellte. So widmet er beispielsweise die erste Variation, „C.A.E.“, seiner Frau Caroline Alice Elgar.

Nicholas Milton (Foto: D. Linnet) ist im australischen Sydney geboren. Dort war er Konzertmeister und Geiger. Von 2004 bis 2010 arbeitete er als Generalmusikdirektor an der Philharmonie in Jena. Seitdem ist der 46-Jährige freischaffender Dirigent in Deutschland. Er machte unter anderem mit Gastauftritten an der Komischen Oper Berlin und der Volksoper Wien auf sich aufmerksam.
 

Donnerstag, 9. Januar, 20 Uhr, Kaiser-Friedrich-Halle; Mittwoch, 15. Januar, 20 Uhr, Konzerthalle Theater Mönchengladbach; Freitag, 10., und Dienstag, 14. Januar, 20 Uhr, Seidenweberhaus Krefeld. Einführungen zum Konzert gibt es Dienstag, Donnerstag und Freitag, jeweils um 19.15 Uhr.

Solistin der Aufführungen ist die Geigerin Tai Murray. Die junge Musikerin hatte bereits Auftritte in Berlin, London und Shanghai und spielte beispielsweise mit dem Orchester „BBC Scottish Symphony“. Vor knapp zwei Jahren veröffentlichte Murray ihre Debüt-CD mit den sechs Solosonaten von Eugène Ysaye. Im vergangenen Jahr gab sie Einspielungen mit Werken von amerikanischen Komponisten aus dem 20. Jahrhundert heraus, und demnächst erscheint von ihr eine Aufnahme der Serenade von Bernstein. Milton arbeitet zum ersten Mal mit der Violinistin zusammen, hat sie aber bei einem Auftritt in Mainz gesehen und gehört. Sein Urteil: „Eine tolle Geigerin.“

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