Trotz Behinderung sind Ernst-Norbert Möller und Meike Trapmann beruflich engagiert. Jetzt wurden sie geehrt.

Mönchengladbach. "Ob behindert oder nicht, ich muss gut arbeiten. Ich bin genauso kündbar wie andere Arbeitnehmer." Meist zwinge die Behinderung ihn, noch mehr zu tun, sagt Ernst-Norbert Möller, und Meike Trapmann nickt zustimmend. Da die junge Frau im Rollstuhl sitzt, ist ihr die Behinderung gleich anzusehen.

Meike Trapmann leidet unter einer spastischen Cerebralparese. Für Ernst-Norbert Möllers geht zwar "ohne Hörgerät gar nichts", doch seine an Gehörlosigkeit grenzende Schwerhörigkeit fällt zunächst nicht auf. Beide sind seit ihrer Geburt durch ihre Behinderung beeinträchtigt - und beide sind in ihrem Beruf erfolgreich und engagiert.

Dafür wurden die Gladbacher jetzt, als zwei von neun Preisträgern aus NRW, mit dem VdK-Integrationspreis für Menschen mit Behinderungen in Ausbildung und Beschäftigung ausgezeichnet. Der VdK-Landesverband, der sich seit 60 Jahren für die Rechte behinderter Menschen einsetzt, vergibt den mit insgesamt 18.000 Euro dotierten Preis zum zweiten Mal.

Meike Trapmann und Ernst-Norbert Möller sind aus 60 Nominierten ausgewählt worden, weil sie sich auf "dem ersten Arbeitmarkt und in ihrem privaten Engagement durch außergewöhnliche Leistungen auszeichnen", sagt Bernhard Wilms, Vorsitzender des VdK-Kreisverbandes.

Meike Trapmann arbeitet als Industriekauffrau bei der Sozial-Holding in Mönchengladbach, engagiert sich im Arbeitskreis für Frauen und Mädchen mit Behinderungen und spielt in zwei Theatergruppen. "Ich bin wer" - mit diesem Bewusstsein sei sie "unter die Leute gegangen". Ihren Weg ging sie "mit eisernem Willen". Um eine Regelschule zu besuchen, musste sie zeitweise zwischen Mönchengladbach und Köln pendeln. Auch eine Lehrstelle zu finden, war "sehr schwierig", sagt die Preisträgerin.

"Hundsgemein schwer" war auch der Weg für den zweiten Preisträger. In der Schule und bei Bewerbungen verschwieg Möller oft seine "Beeinträchtigung". Der gelernte Krankenpfleger arbeitet heute als Pflegedienstleiter des ambulanten Pflegedienstes Parisozial. Privat engagiert er sich in einer Selbsthilfegruppe, der Kirchengemeinde und sogar als Bass im Chor.

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