Ausverkaufsstimmung in der kleinen Galerie. Auch sie soll für das Shoppingcenter von Mfi weichen.

Noch ist es hell im Lichthof. Er weicht für die „Arcaden“.
Noch ist es hell im Lichthof. Er weicht für die „Arcaden“.

Noch ist es hell im Lichthof. Er weicht für die „Arcaden“.

Vor dem Lichthof an der Steinmetzstraße stapelt sich der Müll. Das Ende einer kleinen Einkaufsmeile. Fotos (2): Jörg Knappe

Knappe,Jˆrg (knap), Bild 1 von 2

Noch ist es hell im Lichthof. Er weicht für die „Arcaden“.

Mönchengladbach. Vor dem Lichthof an der Steinmetzstraße stapelt sich der Sperrmüll: Die Mieter der Ladenlokale in Deutschlands ältester überdachter Einkaufsgalerie packen ihre Sachen zusammen. In der angrenzenden Theatergalerie dagegen weisen nur wenige Anzeichen darauf hin, dass auch hier bald Schluss sein wird.

Der Abbruchantrag ist bereits gestellt

Investor Mfi – er will das Shoppingcenter „Arcaden“ bauen – hat bereits den Abbruchantrag für das ehemalige Stadttheater, die Theatergalerie, das Iduna-Hochhaus, den Lichthof und das Gebäude Hindenburgstraße 109 gestellt, um bereit zu sein, wenn der Stadtrat wohl im März den Bebauungsplan für die „Arcaden“ beschließt. Für Mfi läuft offenbar alles nach Plan. Dort verhandelt man mit Unternehmen, die die 1000 Quadratmeter große Interimshalle vor dem Sonnenhaus errichten sollen, in der etliche Geschäfte wie WMF oder die Mayersche Buchhandlung während der Bauzeit untergebracht werden sollen.

Die Halle soll ein massives zweigeschossiges Gebäude werden, das nach Aussagen von Mfi-Projektleiter Carsten Faust auch 20 Jahre stehen könnte, aber nach zwei Jahren abgerissen werden soll. Der Projektleiter geht davon aus, dass in diese Halle alle Mieter einziehen, die jetzt noch in der Theatergalerie sind. Hört man sich dort aber um, klingt das ganz anders. „Ich weiß wirklich gar nichts“, sagt Beate Aretz, Inhaberin des „Casa Bea“ in der Theatergalerie. „Unser letztes Gespräch hat im Mai stattgefunden, seitdem habe ich von Mfi nichts mehr gehört.“ Sie wisse nicht, wie lange sie noch in der Theatergalerie bleiben können, habe keinerlei Informationen.

Umgang mit kleineren Mietern unmöglich?

Beim Bäcker in der Galerie rede man von Juni als Auszugstermin, allgemein werde von März gesprochen. „Ich bin stinksauer“, sagt Aretz wütend. Sie habe nichts gegen die „Arcaden“, aber der Umgang mit den kleineren Mietern sei unmöglich. Sie sieht sich nun in Rheydt nach neuen Räumlichkeiten um.

Stefan Prinz, der 16 Jahre lang ein Blumengeschäft in der Theatergalerie betrieben hat, ist bereits umgezogen und räumt nur noch auf. „Wir wären gern noch geblieben, aber der Mietvertrag wurde nur noch jährlich verlängert und lief zum 31. Dezember aus“, sagt der Florist. Er hat an der Lüpertzender Straße Räume gefunden.

Bei den großen Mietern wie Sport Scheck oder der Mayerschen Buchhandlung ist von Umzug noch nichts zu spüren, hier läuft es wie immer.

Im Lichthof dagegen scheint alles klar zu sein. Dort stehen die meisten Ladenlokale leer oder werden gerade geräumt. Hans Herff, der 20 Jahre ein Fotogeschäft im Lichthof hatte, packt die letzten Sachen. Er gibt am Abend seine Schlüssel ab. „Ich werde im Februar 69 Jahre, da lohnt sich ein Umzug nicht mehr“, stellt er fest.

Viele sind schon weg: Der Goldschmied ist in die nahe Friedrichstraße gezogen, das Modegeschäft Dodo geht nach Rheydt. Nur Hemden Möller setzt seinen Räumungsverkauf fort: Der Herrenausstatter kann bis März bleiben.

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