Die Hundezähler starteten am Donnerstag ihre Runden durch die Stadt. Nicht immer ist der Empfang freundlich.

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Hundezählerin Gaby Kulartz (l.) an der Tür von Hundebesitzerin Brigitte Jürgens mit West Highland White Terrier Trixi.

Hundezählerin Gaby Kulartz (l.) an der Tür von Hundebesitzerin Brigitte Jürgens mit West Highland White Terrier Trixi.

Jörg Knappe

Hundezählerin Gaby Kulartz (l.) an der Tür von Hundebesitzerin Brigitte Jürgens mit West Highland White Terrier Trixi.

Mönchengladbach. Trixis Bellen ist draußen nicht zu überhören. Nach dem Klingeln macht sich der Westy sofort lautstark bemerkbar. Und als sich die Haustür öffnet, stürzt der kleine weiße Terrier mit wedelndem Schwanz auf die Besucherin zu.

Das ist für Brigitte Jürgens auch überhaupt kein Problem: „Ich habe meinen Hund angemeldet und bezahle regelmäßig Steuern“, gibt Trixis Besitzerin bereitwillig Auskunft. Sie fühlt sich durch die Haushaltsbefragung keineswegs gestört. Es sei „eine gute Sache“ nachzuprüfen, ob sie ihren Hund auch angemeldet habe und ordnungsgemäß Steuern abdrücke: „Denn alles andere ist doch unfair gegenüber denjenigen, die zahlen“, findet Jürgens.

Der Alltag ist Routine mit der immer gleichen Frage

Auch an anderen Bettrather Wohnungstüren gibt es keine verschreckten Blicke und niemand versucht, sich nach dem Klingeln hinter Fenstervorhängen zu verstecken. „Das ist unser Alltag“, sagt Gaby Kulartz. Und Ursula Fornefeld-Schmitz erlebt bei ihrem Rundgang ebenfalls „meist nichts Spektakuläres“.

Rund fünf Stunden sind die beiden Mitarbeiterinnen der Firma Springer Kommunale Dienste GmbH am ersten Tag der Hundezählung unterwegs, klingeln an vielen Haustüren und zeigen ihren Ausweis der Stadt Mönchengladbach. „Haben Sie einen Hund?“, ist ihre Standardfrage.

Im städtischen Auftrag ist das Dürener Unternehmen noch bis Juni in ganz Mönchengladbach auf der Suche nach Hundebesitzern, die ihre Vierbeiner nicht beim Fachbereich Steuern und Grundbesitzabgaben angemeldet haben. „Alle Auskünfte sind freiwillig“, sagt Projektleiterin Gaby Kulartz. Auch darf die Wohnung nicht betreten werde.

Die, die keine Hundesteuer zahlen, fühlen sich nicht schuldig

Dennoch kommt das Team aus 20 Mitarbeitern bei seiner Bestandsaufnahme vor Ort schnell auf den Hund. Immerhin ist Gaby Kulartz für das Unternehmen bereits seit 15 Jahren in vielen Städten Deutschlands unterwegs und weiß: „Eigentlich sind die Menschen überall gleich.“

Schuldbewusstsein bei denen, die nicht zahlen, ist selten: „Manchmal wird uns dann erzählt, dass der Hund nur ausnahmsweise zu Besuch ist“, so die Projektleiterin. Auf jeden Fall erhalten diese Haushalte und alle Gladbacher, die nicht angetroffen werden, ein Infoschreiben zur Hundebestandsaufnahme. Eine Liste geht an die Stadt, die säumige Zahler mahnt und rückwirkend Steuern einfordert.

Nachdem die Hundebestandsaufnahme im Januar bekannt wurde, meldeten sich bereits 400 Herrchen und Frauchen freiwillig.

Sofort nach dem ersten Klingeln öffnet Beate Schubert die Tür. Jule trottet gleich um die Ecke und inspiziert die Besucher mit ihrer feuchten Nase: „Ich finde es traurig, dass Sie überhaupt rumgehen müssen. Das kostet doch nur zusätzlich Geld“, sagt Jules Frauchen, das nach eigener Auskunft „selbstverständlich“ Hundesteuern bezahlt.

So viel Verständnis gibt es nicht an allen Haustüren: „Für manche wenige sind wir einfach nur das Ventil für ihren Frust“, berichtet Ursula Fornefeld-Schmitz. Erst heute sei sie durch die Sprechanlage von einem Mann mit dem Satz abgefertigt worden: „Damit bezahlen Sie auch nicht Gladbachs Schulden.“

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