Die Zuwächse bei der Vergütung der Gladbacher Mediziner betragen bis zu 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

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Wo tut’s denn weh? Insbesondere Kardiologen verdienten im ersten Quartal 2009 viel mehr als im Vorjahr.

Wo tut’s denn weh? Insbesondere Kardiologen verdienten im ersten Quartal 2009 viel mehr als im Vorjahr.

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Wo tut’s denn weh? Insbesondere Kardiologen verdienten im ersten Quartal 2009 viel mehr als im Vorjahr.

Mönchengladbach. Gladbachs Ärzte machen Kasse - sie haben in den ersten drei Monaten dieses Jahres durchschnittlich 9,44 Prozent mehr verdient als im Vorjahr. Die Hausärzte bringen es auf ein Plus von mehr als neun Prozent.

Bei den Fachärzten fällt der Zuwachs unterschiedlich aus. Spitzenreiter sind die Kardiologen. Die Herz-Spezialisten verbuchen 34 Prozent zusätzlich auf ihrem Konto.

Die Zuwächse der Gladbacher Ärzte liegen im Landesschnitt

Diese Zahlen, Folge der umstrittenen Honorarreform, nennt der Allgemeinmediziner Heinz Bloemer. Der 54-Jährige ist Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Mönchengladbach (Sandradstraße 47) mit rund 450 niedergelassenen Ärzten in Gladbach.

Die Aufschläge lägen in einer Spannbreite von 0,8 bis maximal 34 Prozent sagt Bloemer. Und sie seien "nahezu identisch" mit den Mehreinnahmen in den Praxen niedergelassener Mediziner in NRW. Nicht schlecht ist auch das Mehr mit gut 30 Prozent bei den Psychotherapeuten in Gladbach.

Bundesweit erhalten die Ärzte mit eigener Praxis für das erste Quartal 7,8 Prozent höhere Honorare. Die Budgets sind mit Ausnahmen folglich üppiger als noch vor einem Jahr.

Den KVen gehören in Deutschland automatisch alle Ärzte und Psychotherapeuten an, die zur ambulanten Behandlung von Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen zugelassen sind. Zahnärzte gehören zur Kassenzahnärztlichen Vereinigung. Dr. med. Heinz Bloemer ist Vorsitzender der KV Gladbach.

Bloemer warnt aber vor dem Eindruck, jetzt sei in den meisten Ärztezimmern "Friede, Freude, Eierkuchen" ausgebrochen. Die zusätzlichen Einnahmen hätten "das vielfache Minus, das wegen der Regelleistungsvolumen in den Praxen entstanden ist, nur kleiner gemacht."

Vertreter von Krankenkassen wie AOK und Barmer bezweifeln diese Aussage. "Von einem Minus kann man doch nicht reden", sagt André Maßmann (AOK).

Bald wird auch hier der Ärztemangel spürbar

Regelleistungsvolumen werden von KV und Krankenkasse festgelegt, beteiligt ist auch die Politik. Das Geld hierfür kommt von den Beitragszahlern. Die Kassenärztlichen Vereinigungen legen dann nach bestimmten Schlüsseln die Leistungsvolumen (Zahlungen) an die Ärzte fest. Die KV ist quasi die Ständevertretung der Mediziner.

In naher Zukunft werde man auch in Gladbach den Ärztemangel spüren. "Wir haben massive Nachwuchsprobleme", sagt Bloemer. Besonders schlimm sei es schon in den Krankenhäusern. "Die suchen händeringend Assistenzärzte."

Wie viel ein Gladbacher Arzt im Durchschnitt jährlich an Honorar einstreicht, sagt Bloemer nicht. In Berlin sind es 145 000 Euro.

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