Karin Kaiser ist von ihren Aufgaben im Bereich Wirtschaftswissenschaften entbunden worden.

AfD-Professorin Karin Kaiser klagt sich seit Jahren durch alle Instanzen für ihre Verbeamtung und fordert jetzt Neuwahlen.
Karin Kaiser betreibt die Facebookseite „Der deutsche Rechtsstaat ist tot“. (DJ)

Karin Kaiser betreibt die Facebookseite „Der deutsche Rechtsstaat ist tot“. (DJ)

Karin Kaiser betreibt die Facebookseite „Der deutsche Rechtsstaat ist tot“. (DJ)

Mönchengladbach/Krefeld. Die Professorin Karin Kaiser ist nicht mehr an der Hochschule Niederrhein tätig. Vor wenigen Tagen hat die Hochschule der im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften tätigen Professorin mit sofortiger Wirkung gekündigt, wie Hochschulsprecher Christian Sonntag am Donnerstag bestätigte. Das Profil der AfD-Politikerin aus Schleswig-Holstein ist bereits von der Webseite der Hochschule gelöscht, das Büro auf dem Mönchengladbacher Campus geräumt und das Namensschild entfernt, wie aus dem Umfeld der Hochschule zu erfahren war. Karin Kaiser bestätigte am Donnerstag auf Anfrage, dass sie nicht länger an der Hochschule tätig ist, wollte sich aber noch nicht näher zu dem Vorgang äußern und verwies auf eine spätere Erklärung.

Kaiser kandidierte für die AfD bei der Bundestagswahl

Kaiser hatte im September überregional für Aufsehen gesorgt, weil sie in einem Hörsaal der Hochschule eine Veranstaltung mit dem Titel „Tod des Rechtsstaats“ abhalten wollte, um drei Tage vor der Bundestagswahl einen politischen Forderungskatalog zu erarbeiten. Gleichzeitig kandidierte Kaiser für die AfD in Schleswig-Holstein bei der Bundestagswahl. Die zu politischer Neutralität verpflichtete Hochschule zog die bereits erteilte Genehmigung zur Raumnutzung daraufhin wieder zurück. Das Präsidium zitierte Kaiser anschließend zum Gespräch und dokumentierte die Inhalte auch.

Die Hochschule betonte gestern allerdings, die Kündigung habe nichts mit den Vorgängen rund um diese Veranstaltung zu tun. Warum es zu der Entlassung kam, wollte Hochschulsprecher Sonntag mit Verweis auf Vertrauensschutz bei Personalvorgängen nicht sagen. Eine Einmischung aus dem NRW-Bildungsministerium habe es nicht gegeben. Kaiser war vor Jahren von der Fachhochschule Kiel im Unfrieden gegangen und hatte erfolglos auf Verbeamtung auf Lebenszeit geklagt. Dabei war sie bis vor den Europäischen Gerichtshof gezogen.

Kaiser hat im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften im laufenden Semester fünf Lehrveranstaltungen. Dabei handelt es sich um Vorlesungen und Seminare zu den Themen Buchhaltung, externes Rechnungswesen, Kanzleimanagement und Berufsrecht, internationale Rechnungslegung und Investition. Der Fachbereich müsse nun klären, wie die Lehrveranstaltungen weiter laufen, sagte Sonntag.

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