Die Stadt will keine Turnhallen räumen, um die 200 neuen Asylbewerber unterzubringen.

Die Stadt will keine Turnhallen räumen, um die 200 neuen Asylbewerber unterzubringen.
Heute im Laufe des Tages werden 200 neue Flüchtlinge nach Mönchengladbach kommen. Sie ziehen zunächst in eine Zeltstadt.

Heute im Laufe des Tages werden 200 neue Flüchtlinge nach Mönchengladbach kommen. Sie ziehen zunächst in eine Zeltstadt.

dpa

Heute im Laufe des Tages werden 200 neue Flüchtlinge nach Mönchengladbach kommen. Sie ziehen zunächst in eine Zeltstadt.

Die nächste Stufe beim Versuch, den Asylbewerbern ein würdiges Dach über dem Kopf zu bieten, ist erreicht: Nachdem die Stadt alle denkbaren städtischen Gebäude wie das frühere Theater im Nordpark oder leer stehende private Gebäude wie den Aldi an der Aachener Straße belegt hat, baut sie jetzt in Neuwerk zum ersten Mal große Zelte auf. Das entschieden gestern Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners und seine Dezernenten Gert Fischer und Hans-Jürgen Schnaß, nachdem sie aus Düsseldorf die Nachricht bekommen hatten, dass heute bis spätestens 18 Uhr 200 weitere Flüchtlinge nach Mönchengladbach kommen.

Diese werden nun für ein bis zwei Nächte in der Krahnendonkhalle in Neuwerk übernachten. Wenn morgen oder spätestens Mittwochmittag die Zelte stehen, ziehen die Flüchtlinge dorthin um. Fünf Wochen sollen sie dort leben. Duschen werden sie in der Sporthalle. Die steht ab Mittwoch den Schulen und Sportvereinen wieder zur Verfügung – bis auf die Umkleiden und Duschen.

Auch der Platz in den neuen Zelten wird nur kurzfristig ausreichen

Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners wandte sich beim Empfang für das Stadtschützenfest im Innenhof von Rathaus Abtei sichtlich bewegt an die Ehrengäste: „Wir werden in den kommenden Tagen Dinge tun müssen, die Nachteile haben und darum nicht jedem gefallen werden. Ich bitte Sie um Ihre Solidarität mit denen, die unsere Hilfe brauchen.“ Bezirksbundesmeister Horst Thoren ließ sofort für die Flüchtlingshilfe der Tafel sammeln. „Wir sagen: Willkommen! Wir helfen, wo wir können. Wir werden zusammen einen Weg finden, auch wenn der Weg nicht immer einfach sein wird“, sagte Thoren.

Die Verantwortlichen von Stadt und Feuerwehr standen gestern im permanenten Austausch und prüften eine Reihe von Lösungen. Gegen 19 Uhr entschieden sie sich endgültig für Neuwerk. Auch die Zelte dort werden angesichts des absehbaren weiteren Flüchtlingsstroms nur kurzfristig ausreichen. Die Stadt überlegt, wie sie in kurzer Zeit 800 Plätze für Asylbewerber schaffen kann, die auch in der kälteren Jahreszeit eine angemessene Unterkunft garantieren. Die Zeit drängt. Eine Entscheidung will die Stadtspitze deshalb möglicherweise schon heute fällen. In diese neuen Unterkünfte sollen im Oktober dann auch jene 200 Asylbewerber ziehen, die heute in Mönchengladbach ankommen.

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