Vor 15 000 Zuschauern spielt Herbert Grönemeyer auf seiner Tour „Schiffsverkehr“ im Gladbacher Hockeypark.

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Energiegeladen und ganz ohne Allüren: Herbert Grönemeyer auf der Bühne im Gladbacher Hockeypark.

Energiegeladen und ganz ohne Allüren: Herbert Grönemeyer auf der Bühne im Gladbacher Hockeypark.

Jörg Knappe

Energiegeladen und ganz ohne Allüren: Herbert Grönemeyer auf der Bühne im Gladbacher Hockeypark.

Mönchengladbach. Das Verkehrschaos ist nicht ganz so groß wie vor vier Jahren. Da trat Herbert Grönemeyer im Borussia-Park auf, das Stadion war komplett ausverkauft und die Straßen entsprechend verstopft. Sein diesjähriger Auftritt im Warsteiner Hockeypark war zusammen mit dem „Heimspiel“ in Bochum der einzige in NRW, er bescherte dem Veranstalter ein volles Haus mit 15 000 Zuschauern. Die Letzten nahmen gegen 20.30 Uhr ihre Plätze ein – Grönemeyer erschien rücksichtsvoll 15 Minuten später als angekündigt auf der Bühne zu seiner Show „Schiffsverkehr“.

Herbert Grönemeyer trifft den Nerv seiner Fans

Dort gibt er sich nach wie vor unprätentiös und trifft energiegeladen den Nerv seiner Fans. Gleich das erste Lied, „Kreuz meinen Weg“ aus dem 2011 erschienenen Album „Schiffsverkehr“ kennen sie alle und wiegen die erhobenen Hände im Takt.

So richtig ab geht die Post dann bei „Sie mag Musik nur wenn sie laut ist“, dem Stück, mit dem er auf unnachahmliche Weise für die Teilhabe einer Gehörlosen am gesellschaftlichen Leben plädiert, indem er einfach die Lebenslust dieser Frau thematisiert. Und wie da alle mitsingen, ja, das würde sie spüren, zweieinhalb Stunden lang. Sie würde miterleben, wie die Sonne über dem Hockeypark untergeht und ihn zuvor in ihr mildes Licht hüllt und wie der halbe Mond über der Bühne aufgeht.

Vielleicht ist diese Stimmung dafür mitverantwortlich, dass der Hockeypark immer beliebter wird. Weiteres, unverzichtbares Plus: Keine Schwächen in der Akustik, wie sie bei Grönemeyers Auftritt im Borussiapark zu Klagen Anlass gaben.

Geschickt mischt Grönemeyer die Songs vom neuen Album mit alten Hits. Zelebriert nach wie vor glaubhaft die geballte Wut aus „Was soll das!“. „Bochum“ singt man nicht nur deshalb mit, weil der dort ansässige Fußballverein mit dem Verbleib in der zweiten Liga dafür sorgte, dass die Borussia nun in der Champions League spielen darf, wie er in seiner Anmoderation sagt. Der Song trifft nach wie vor das Selbstverständnis des Landes.

Viele der alten Songs kommen in neuer Verpackung daher

Der Warsteiner Hockeypark in Mönchengladbach hat für die diesjährige Open-Air-Saison weitere Highlights an Land ziehen können.
Guns  n’ Roses Die Band um Axl Rose gibt am 8. Juni im Hockeypark ihr einziges Deutschland- Konzert.
Mötley Crüe und Slash Am 11. Juni spielen die Heavy-Metal-Rocker in der Hockeyarena.
Beach Boys Surfin USA: Am 5. August gastieren Brian Wilson und die Beach Boys am Niederrhein.
Xavier Naidoo „Alles besser“: So heißt die aktuelle Tour von Xavier Naidoo. Mit der Show, bei der er mit einem Quartett auftritt, kommt er am 18. August nach Mönchengladbach.
Green Day Es lebe der Punk: Für das Gastspiel von Green Day am 29. August sind schon nahezu alle 15 000 Karten verkauft.
Leonard Cohen Mit „Old Ideas“ kommt der große Balladenschreiber am 6. September nach Mönchengladbach.

Viele der alten „Kamellen“ – wie er sie selbst nennt – verpackt er neu, verleiht ihnen eine jazzigere Note oder nutzt andere Rhythmen, und doch bleiben sie erkennbar. Grönemeyer ist milder geworden im Laufe der Zeit, noch poetischer. Er kann seinen Fans Zeilen zumuten wie „Werde, wer ich bin“, die vom Anlanden in sich selbst erzählen. Von der Gelassenheit, die aus selbstgewählter Beschränkung erwächst, wie Grönemeyer in „Wäre ich einfach nur feige“ bekennt: Einfach mal nichts tun, nichts einschalten, sich nicht einmischen. Er trifft den Nerv seiner Fans – immer noch.

www.warsteiner-hockeypark.de

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