Die Aufsehen erregende Kritik an der CDU-Schulministerin hat für zwei leitende Lehrer juristische Folgen.

wza_1356x1500_609091.jpeg
Mehr als 430 Jungen und Mädchen besuchen die städtische Hauptschule Kirschhecke. Nun gibt es ein Verfahren gegen zwei Lehrer.

Mehr als 430 Jungen und Mädchen besuchen die städtische Hauptschule Kirschhecke. Nun gibt es ein Verfahren gegen zwei Lehrer.

Jörg Knappe

Mehr als 430 Jungen und Mädchen besuchen die städtische Hauptschule Kirschhecke. Nun gibt es ein Verfahren gegen zwei Lehrer.

Mönchengladbach. Gegen den Schulleiter und den Stellvertreter der städtischen Gemeinschaftshauptschule Kirschhecke in Odenkirchen ist nach WZ-Informationen ein Disziplinarverfahren mit mindestens drei Vorwürfen eingeleitet worden.

Eine Sprecherin der Düsseldorfer Bezirksregierung erklärte am Montag auf Anfrage zwar, sie dürfe zu dem Sachverhalt keine Auskünfte geben, das sei eine "nichtöffentliche Personalrechtsangelegenheit". Doch zuvor hatte eine Vertreterin aus demselben Haus geäußert, "man könne sich doch denken, dass das nicht ohne Folgen bleibt".

Nicht besetzte Stellen brachten Fass zum Überlaufen

Gemeint: Schulchef Jack Onkelbach und Vize Werner Blug hatten Anfang Dezember per Tageszeitungs-Anzeige "eine(n) Schulminister/-in zur Unterstützung unseres motivierten, einsatzfreudigen, aber auch extrem geforderten Teams" gesucht und damit mehr oder minder deutlich gegen die verkorkste Bildungs- und Hauptschulpolitik der NRW-Schulministerin Barbara Sommer (CDU) protestiert.

Die Reaktion aus dem Haus von Regierungspräsident Jürgen Büssow (SPD) ließ nicht lange auf sich warten. Man prüfe jetzt, ob den beiden "Rebellen" ein "dienstrechtliches Fehlverhalten" nachgewiesen werden könne, erklärte seinerzeit die zuständige Ansprechpartnerin für die zwei in der Düsseldorfer Bezirksregierung, Mira Saßmannshausen.

Onkelbach wie Blug äußern sich nicht zu den Details eines möglichen Verfahrens gegen sie, doch seitens des Regierungspräsidenten geht man nun wohl von einem solchen Fehlverhalten aus. Folge: Die beiden aufmüpfigen Pädagogen müssen sich in den nächsten Wochen zu den Anschuldigungen äußern. Das geht wegen des komplexen Sachverhaltes womöglich nicht ohne juristischen Beistand.

Die Frau Ministerin selber sagte öffentlich nichts zu der Protestaktion. Sie habe das als "Aufschrei aus der Provinz" abgetan, wird aus ihrer näheren Umgebung berichtet.

Innerhalb der großen Schulgemeinde, die nach den Weihnachtsferien am Donnerstag wieder zusammenkommt, findet das Vorgehen der zwei couragierten Pädagogen weiterhin Zustimmung. Auch deshalb, weil die Hauptschule "ständig benachteiligt" werde. D

as Fass zum Überlaufen brachte, auch bei Onkelbach und Blug, die Tatsache, dass mehrere zugesagte Stellen eben nur Stellen bleiben. Sie werden nicht besetzt, wo in der Kirschhecke doch bereits 2,75 Lehrer-Positionen vakant sind.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer