Ernüchterung nach der Betriebsversammlung.

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Monforts – das Logo am Firmenschornstein wackelt. Mit 90 Mitarbeitern will man den Betrieb fortführen.

Monforts – das Logo am Firmenschornstein wackelt. Mit 90 Mitarbeitern will man den Betrieb fortführen.

Jörg Knappe

Monforts – das Logo am Firmenschornstein wackelt. Mit 90 Mitarbeitern will man den Betrieb fortführen.

Mönchengladbach. Die Runde wurde zur Stunde der Wahrheit. In einer knapp einstündigen Betriebsversammlung hat der vorläufige Insolvenzverwalter Emil Rinckens am Dienstagmittag die etwa 194 Mitarbeiter über die mögliche Zukunft des traditionsreichen Werkzeugmaschinenbauers informiert und damit den WZ-Bericht vom Montag bestätigt.

Zu den schmerzhaften Einschnitten gehören: Mehr als 100 Männer und Frauen wechseln in eine Transfergesellschaft. Ab August sollen sie dort für ein Jahr weiterbeschäftigt und qualifiziert werden, zu Löhnen von bis zu 100 Prozent.

Diese Gesellschaft sei aber finanziell noch nicht abgesichert. Betroffene, Betriebsrat und Rinckens dringen darauf, dass sich die Anteilseigner Familie Monforts und Jagenberg hier finanziell engagieren und "somit soziale Verantwortung zeigen."

Die Produktion soll mit 80 Fachkräften und zehn Azubis fortgesetzt werden. Grundlage sind Umsatzerwartungen von rund 17 Millionen Euro, allein sieben bei der Sparte Service. Rinckens habe zugesagt, etwa 20 Leute aus der Gesellschaft zurück zu holen - wenn es bei Monforts wieder bergauf geht.

Die Frage nach dem Warum gab es häufiger

"Warum musste es soweit kommen?" Fragen solchen Inhalts wurden am Dienstag häufiger von der Belegschaft gestellt. Hohe Betriebsrentenzahlungen, sinkende Bestellungen, eine schwache Eigenkapitaldecke sowie die Kündigung von Kreditlinien hätten hauptsächlich zur Zahlungsunfähigkeit geführt, hieß es in der Versammlung. Dabei sei das Produkt gut, Kunden bestellten jetzt auch wieder, so Rinckens.

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