Beim Landeswettbewerb sucht die Jury besonders vorbildliche Kleingartenanlagen.

Mönchengladbach. Sie sind Idyll für Pflanzen, Tiere und Menschen, doch die Kleingärten erfüllen noch ganz andere Funktionen: städtebauliche, ökologische und soziale. Doch welches Gärtchen ist das schönste, hebt sich in einer Stadt wie Mönchengladbach als Grün- und Freiflächensystem besonders beispielhaft hervor?

Um die attraktivsten Kleingartenanlagen des Landes zu finden, hat das nordrhein-westfälische Umweltministerium zum sechsten Mal einen Landeswettbewerb ausgeschrieben. Daran nehmen neben dem Kleingartenverein Waldhausener Höhe erstmals auch die "Am Stammen"-Kleingärtner teil.

Im Auftrag des Ministers prüfen, bewerten und lernen die Juroren

Gestern, am Ende ihrer viertägigen Reise zu den Kleingarten-Kandidaten, besuchte eine neunköpfige Bewertungskommission unter der Leitung von Landschaftsarchitektin Martina Oldengott die beiden grünen Gladbacher Oasen. Ausgerüstet mit Kamera und Notizblock machte sich das Expertenteam auf der 33 000 Quadratmeter großen Anlage an der Reyerstraße ein Bild davon, wie die Kleingartenanlage städtebaulich, ökologisch und sozial funktioniert.

"Wir wollen nicht nur prüfen und bewerten", stellte Martina Oldengott klar, "sondern auch lernen." So stellte die Bochumer Kommissionsleiterin besonders fest, dass das Gartenreich, umgeben von zwei Landschaftsschutzgebieten, in das Ökosystem eingebettet ist.

Alois Koch, Vorsitzender des seit 44 Jahren bestehenden Vereins "Am Stammen", hob die soziale Bedeutung des öffentlichen Grüns hervor. Von den 69 Gärten seien 23 an Migranten vergeben, sagte der Vorsitzende.

Bewertet und begutachtet wurden auch die kleinen Projekte der Kleingärtner. Unter anderem hat man im Gartenviertel einen Lehrgarten mit Feuchtbiotop angelegt, eine vereinseigene Kompostanlage aufgebaut und Nistmöglichkeiten für verschiedene Vogelarten geschaffen.

Wie überzeugend der Gladbacher Kleingartenverein war, zeigt sich in den nächsten Wochen. Am 5. September werden die beispielhaftesten Kleingartenanlagen in Düsseldorf durch Umweltminister Uhlenberg ausgezeichnet.

Gladbach könnte dabei eine kleine Erfolgsgeschichte fortschreiben: Vor vier Jahren gewann der Verein "Neue Niers" in Neuwerk die Goldmedaille. Und viele waren stolz.

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