Bei der Versammlung stimmten 22 von 27 Mitgliedern gegen die Anlage.

Votum
Grünen-Vorstandsprecher Uli Laubach ist gegen die Anlage. Archiv

Grünen-Vorstandsprecher Uli Laubach ist gegen die Anlage. Archiv

Grünen-Vorstandsprecher Uli Laubach ist gegen die Anlage. Archiv

Mönchengladbach. Der Kreisverband von Bündnis 90/ Die Grünen hat seine Mitgliederversammlung zum Thema Biogasanlage nicht ohne Grund in der Mehrzweckhalle Wanlo abgehalten. Man wollte den Wanloern Gelegenheit geben, ihre Meinung zu sagen. Und die nahmen das Angebot gern wahr: Die Halle war voll.

In seinem politischen Leben habe er sich mit nichts intensiver beschäftigt als mit der geplanten Biogasanlage in Wanlo, stellte Grünen-Vorstandssprecher Uli Laubach fest. Dann erklärte er, warum Grüne nicht zwangsläufig etwas unterstützen müssen, das „Bio“ im Namen trägt.

„Zwei Windkraftanlagen würden gleich viel Strom erzeugen“

Er zitierte zahlreiche Experten und kam zu dem Schluss, dass maisbetriebene Anlagen nicht nur kein Kohlendioxid einsparen, sondern wegen des hohen Dünger- und Herbizid-Bedarfs auch das Grundwasser und die Artenvielfalt gefährden.

Auch die hohe Subventionierung des Maisanbaus halte er für fragwürdig. Schließlich stellte er fest: „Zwei neue Windkraftanlagen würden die gleiche Menge Strom erzeugen. Warum baut die NVV sie nicht statt der Biogasanlage?“

Die Wanloer äußerten vor allem ihre Befürchtungen, dass die Anlage Gestank produzieren würde und wiesen auf die hohe Belastungen hin, denen ihr Dorf durch Braunkohletagebau, Kompostieranlage, Windräder und Segelflugplatz ohnehin ausgesetzt sei. Auch der Wertverlust der Grundstücke und Häuser wurde beklagt. „Das Haus sollte meine Alterssicherung sein. Was soll ich tun, wenn es immer weniger wert ist“, fragte eine ältere Wanloerin.

Auch die an der geplanten Anlage beteiligten Landwirte bezogen Stellung. Wolfgang Wappenschmidt, Landwirt und Vorsitzender der Kreisbauernschaft, verwies auf einen Beschluss der Bundesgrünen, wonach es energiepolitisch gewollt sei, bis zum Jahr 2050 eine Energieerzeugung aus 100 Prozent regenerativer Energie zu erlangen.

In Wanlo sei eine Kraft-Wärme-Anlage geplant mit einer hervorragenden Ökobilanz. Den Standort bezeichnete Wappenschmidt als sozial verträglich. „Die Biogasanlage stinkt nicht, verursacht keinen Lärm und keinen Staub.“ Zudem befinde sich der Standort über 1000 Meter vom Ortskern entfernt hinter der Autobahn. Einzig die Mais-Transporte seien zu verkraften, wodurch Wanlo lediglich dreieinhalb Stunden pro Jahr belastet sei.

Die grüne Basis empfiehlt ihren Rats-Vertretern, abzulehnen

Abschließend entschieden sich die stimmberechtigten Mitglieder der Grünen mit großer Mehrheit gegen die geplante Anlage: 22 stimmten mit Nein, zwei mit Ja, zwei enthielten sich, eine Stimme war ungültig. Die grüne Basis empfiehlt damit ihren Vertretern im Rat, die Biogasanlage abzulehnen.

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