Rund 155 000 Zuschauer begaben sich gestern auf die Straßen, um die Durchfahrt der Tour de France im Stadtgebiet zu erleben. Negative Zwischenfälle gab es nicht. Und auch der Regen konnte die Stimmung kaum drücken.

Rund 155 000 Zuschauer begaben sich gestern auf die Straßen, um die Durchfahrt der Tour de France im Stadtgebiet zu erleben. Negative Zwischenfälle gab es nicht. Und auch der Regen konnte die Stimmung kaum drücken.
Von Gladbach bis Kolumbien: Die Zuschauer-Resonanz an der Strecke war überwältigend.

Von Gladbach bis Kolumbien: Die Zuschauer-Resonanz an der Strecke war überwältigend.

Von Gladbach bis Kolumbien: Die Zuschauer-Resonanz an der Strecke war überwältigend.

Von Gladbach bis Kolumbien: Die Zuschauer-Resonanz an der Strecke war überwältigend.

Von Gladbach bis Kolumbien: Die Zuschauer-Resonanz an der Strecke war überwältigend.

Die Fans harrten an der Kaiser-Friedrich-Halle zum Teil mehrere Stunden aus, um einen Blick auf die Profis zu erhaschen (l.). Zur Begrüßung hatten sich viele Schaulustige mit Flaggen oder Fähnchen eingedeckt.

Bonjour le Tour: Viele Menschen hießen die Radfahrer mit Spruchbändern willkommen.

Die Sprintwertung auf der Bismarckstraße ging für die Fahrer im strömenden Regen über die Bühne.

Ilgner, Bild 1 von 7

Von Gladbach bis Kolumbien: Die Zuschauer-Resonanz an der Strecke war überwältigend.

Das Fahrerfeld erreichte das Mönchengladbacher Stadtgebiet gestern um Punkt 14.18 Uhr. Auf regennasser Fahrbahn rasten die Sportler dann die Bismarckstraße zur Sprintwertung kurz vor der Kaiser-Friedrich-Halle hinauf. In wenigen Sekunden war das Spektakel in der Innenstadt auch schon vorbei. Danach ging es für das Fahrerfeld nach Rheydt, Wickrath über Wanlo aus dem Stadtgebiet hinaus. Stürze hat es auf dieser Strecke zum Glück keine gegeben.

Programm bis in die Abendstunden an der Kaiser-Friedrich-Halle

In der Innenstadt sammelten sich die Besucher vor allem im oberen Teil der Bismarckstraße. Dort befand sich auch einer von drei Hot Spots in Gladbach: an der Kaiser-Friedrich-Halle, unmittelbar vor der ersten Sprintwertung. In Verbindung mit dem Niederrheinischen Radwandertag steht dort das Programm besonders unter dem Motto Radfahren. Für Besucher gibt es bis in den frühen Abend noch Informationsstände, ein Musikprogramm, Kulinarisches und einen Fahrradparcours für Kinder. Auch der VIP-Bereich befindet sich in der Kaiser-Friedrich-Halle.

Im unteren Bereich der City blieben in den abgegrenzten Besucherblöcken jedoch zahlreiche Plätze frei. Anders als in Düsseldorf, gab es in der Innenstadt keine Brücken, über die die Besucher die Straßenseiten wechseln konnten. Der Bereich, an dem die Sprintetappe rechts und links der Rathenau- und Bismarckstraße entlang führte, wurde zuvor in 14 verschiedene Blöcke eingeteilt. Dort sollten 20 000 Besucher Platz finden. Der Zugang war nur mit einem Bändchen in der jeweiligen Farbe möglich. Besucherzahlen aus der City gibt es bislang nicht.

In den kleineren Dörfern wie Wickrath und Wickrathberg waren hingegen zahlreiche Besucher erschienen. In Wickrathberg fand auf dem Hof eines Kartoffelbauern eine eigene Tour-Party statt. Auch in der Rheydter Innenstadt feierten zahlreiche Besucher die Tour. Rund um den Tellmann-Platz versammelten sich tausende Menschen, um den Fahrern zuzujubeln. Viele waren bereits Stunden bevor das Fahrerfeld den Ortsteil erreichte am Rand der Strecke, um sich die besten Plätze zu sichern.

Einige hatten sich Rasseln und Fahnen besorgt, um die Fahrer anzufeuern und sorgten lautstark für Stimmung. Einzig der angekündigte französische Markt ließ zu wünschen übrig. Zwar gab es am Getränkestand französischen Wein, wer jedoch auf einen leckeren Crêpes gehofft hatte, wurde enttäuscht und musste mit Backfisch und Würstchen vorlieb nehmen. Dennoch war das viel zitierte Tourfieber in Rheydt zu spüren. Nicht einmal der kurz vor dem Eintreffen des Fahrerfeldes einsetzende Regen konnte dafür sorgen, dass die Stimmung in den Keller sank. Im Gegenteil: Viele klatschten und riefen umso lauter.

Der Hotspot auf dem Wickrather Markt stand ganz im Zeichen der Familien. Während sich die Kinder auf zahlreichen Hüpfburgen austoben konnten, informierten sich die Erwachsenen auf der großen Video-Leinwand über das Renngeschehen. Dicht gedrängt standen die Zuschauer, die sich auch vom heftigen Regen, der kurz zuvor eingesetzt hatte, nicht die Stimmung vermiesen ließen. Und als das Fahrerfeld die Hochstadenstraße Richtung Markt herangefahren kam, stieg der Geräuschpegel nochmals deutlich an.

Sicherheit durch 400 Polizisten und 150 Security-Mitarbeiter

In Sachen Partystimmung stand dann wenige Rennkilometer später das kleine Wickrathberg dem größeren Ortsnachbarn in nichts nach. Vor allem am Finkenberger Hof war die Dorfstraße voll von Zuschauern. Kartoffelbauer Jörg Engels hatte zur Tour-Party eingeladen und bot den etwa 1000 Besuchern auf seinem Hof Live-Musik. Und als das Peloton der Tour-Fahrer Wickrathberg passierte, sorgten die Radsportfans mit ihrem dichten Spalier schon fast für eine Atmosphäre wie bei einer der berühmten Bergetappen in den Alpen oder Pyrenäen.

Vor dem Trubel hatte die Stadt jedoch rund 80 Autos an der Tourstrecke abschleppen müssen. Außerdem mussten noch am frühen Sonntagmorgen 25 Schriftzüge von Braunkohlegegnern bei Wanlo von der Straße entfernt werden. Unbekannte hatten diese in der Nacht mit Kreide und Lack aufgemalt.

Insgesamt sorgten am gestrigen Sonntag rund 400 Polizisten und 150 Security-Mitarbeiter für die Sicherheit in der Innenstadt. „Wir sind wirklich zufrieden, wie alles gelaufen ist“, sagt Bodo Schmitz, Geschäftsführer von Schmitz Security. Es sei im Großen und Ganzen alles sehr friedlich geblieben. „Die Besucher hatten alle viel Verständnis für die gesamte Situation“, sagt Schmitz. Neben den Sicherheitsleuten waren auch 400 Mitglieder des Technischen Hilfsdienst (THW), 450 Feuerwehrleute, 34 Politessen und 90 Mitarbeiter der NEW am Sonntag im Einsatz.

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