Mit Hilfe der Givebox am Margarethengarten wechseln Dinge schnell und kostenfrei ihren Besitzer.

Eva Nellen und Klaus Heimbucher kümmern sich um die Givebox.
Eva Nellen und Klaus Heimbucher kümmern sich um die Givebox.

Eva Nellen und Klaus Heimbucher kümmern sich um die Givebox.

Jörg Knappe

Eva Nellen und Klaus Heimbucher kümmern sich um die Givebox.

Mönchengladbach. Die Givebox am Margarethengarten hat sich etabliert: Die Kinder lieben sie. Die zehnjährige Sira durchforstet mit fachmännischem Blick die Bücher, die sich in der Box stapeln. An diesem Tag ist nichts dabei für sie. „Ich habe mir schon oft Bücher mitgenommen, aber auch schon welche rein gelegt“, sagt die Fünftklässlerin. Prinzip begriffen: Die Givebox setzt auf Geben und Nehmen, Wiederverwertung statt Wegwerfen.

„Es gab keinen Vandalismus, und es fliegt auch kein Müll herum.“

Eva Nellen, Ideengeberin

Seit Oktober steht der leuchtend orange Kasten, der in etwa die Größe einer Telefonzelle hat, an der Kreuzung Steinmetzstraße/Eickener Straße gegenüber dem Margarethengarten. Kein zufällig gewählter Platz. „Hier ist viel los und die Leute aus dem Margaretengarten und dem Ladenlokal kümmern sich mit um die Givebox“, erklärt Eva Nellen. Von ihr stammt die Idee, die sie gemeinsam mit den „Vituspiraten“ umgesetzt hat.

Ähnliche Einrichtungen gibt es auch in anderen Städten. In Berlin soll die Givebox-Aktion ihren Ursprung haben, aber sie hat sich inzwischen in ganz Deutschland ausgebreitet. Allein in Düsseldorf gibt es acht Boxen, auch Krefeld oder Korschenbroich verfügen über Ähnliches. Die Idee ist ganz einfach: Wer etwas nicht mehr brauchen kann, legt es in die Givebox, wem es gefällt, der nimmt es heraus.

Ein buntes Sammelsurium von Gegenständen findet sich in der Givebox: Bücher, Handtaschen, eine Pfanne, eine Kaffeekanne, Dekoartikel, Sonnenmilch. „Die Sachen wechseln schnell“, erzählt Eva Nellen. „Die Schallplatten, die neulich hier waren, sind in Rekordzeit weggegangen.“ Auch ein Fernseher, Nachttische, Rollschuhe oder eine Babywippe haben auf diese Art schon ihre Besitzer gewechselt. Besonders beliebt ist Kleidung.

Probleme gab es mit dem orangefarbenen Kasten samt Inhalt bisher noch nicht. „Es gab keinen Vandalismus, es fliegt auch kein Müll herum“, stellt Eva Nellen fest. „Manchmal muss man natürlich aufräumen, aber das Projekt lebt davon, dass sich jeder verantwortlich fühlt.“

Wer eine Givebox im öffentlichen Raum aufstellen möchte, benötigt eine Genehmigung der Stadt. Diese hatten die Initiatoren zunächst nicht beantragt und so das Ordnungsamt auf den Plan gerufen. Mittlerweile ist die Givebox jedoch genehmigt.

Die Idee der Givebox hat in Gladbach bereits Nachahmer gefunden. Die VHS hat in ihrem Eingangsbereich eine Tauschbörse für Bücher und CDs eingerichtet. Aber auch eine zweite Givebox im öffentlichen Raum wäre schön, meint Eva Nellen. Sie selbst möchte das nicht organisieren. „Aber vielleicht findet sich ja jemand“, hofft sie.

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