Die Lehrergewerkschaft verlangt ebenfalls die sechste Gesamtschule. Hunderte Kinder erhalten Jahr für Jahr die Rote Karte, weil Gesamtschulplätze fehlen.

Reinhold Schiffers fordert die sechste Gesamtschule.
Reinhold Schiffers fordert die sechste Gesamtschule.

Reinhold Schiffers fordert die sechste Gesamtschule.

Reinhold Schiffers fordert die sechste Gesamtschule.

Mönchengladbach. Die Lehrergewerkschaft GEW hat die Politik, aber auch Schuldezernent Gert Fischer (CDU) aufgefordert, in den nächsten Wochen dafür zu sorgen, dass mehr Schüler als vorgesehen einen Gesamtschul-Platz erhalten.
 
Nach aktuellen Plänen fürs neue Schuljahr 2008/2009 werden von den mehr als 1170 gemeldeten Jungen und Mädchen nur 630 an den fünf Ganztagsschulen unterkommen.

Hunderte Kinder erhalten Jahr für Jahr die Rote Karte, weil Gesamtschulplätze fehlen. Nicht nur SPD, auch die Linke Liste verlangte daher, da 541 "Gesamtschulkinder" keine Chance erhalten, die sechste Gesamtschule. CDU und FDP lehnen das ab.

Trotz der Zahlen will Fischer nicht handeln. Im Schulentwicklungsplan für die Sekundarstufe I (Haupt-, Real-, Gesamtschule, Gymnasien) sieht er bis 2013 keinen Handlungsbedarf. Genau das kritisiert Reinhold Schiffers, Gladbacher Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Der Schulpolitiker Fischer nehme in Kauf, dass bis 2013 jährlich hunderte Eltern mit ihrem Gesamtschulwunsch außen vor blieben. Dabei hat der SPD-Politiker Schiffers schon berücksichtigt, dass in den nächsten Jahren die Schülerzahlen sinken werden.

Schiffers fordert Taten. So könnten die 70 leeren Klassenräume in Schulen genutzt werden, Gesamtschüler vorübergehend unterzubringen. Im Laufe der Beratungen des Schulentwicklungsplans I erwarte die GEW Planungen zur Errichtung zumindest einer sechsten Gesamtschule.

Gleichzeitig betont die GEW die Wichtigkeit, mehr Schüler mit Migrationshintergrund zu höheren Abschlüssen zu führen, ihnen eine qualifizierte Ausbildung zu gewährleisten. Vor diesem Hintergrund hält die GEW es für "vollkommen unzureichend", im Schulentwicklungsplan nur aufzulisten, welche Schulformen von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund besucht werden.
 
14,5 Prozent sind junge Ausländer, davon besuchen 52 Prozent die Hauptschule; 22 die Gesamtschule, 15 die Realschule und elf Prozent ein Gymnasium.

Bis heute fehle jeder Ansatz, Migrantenkindern mehr Chancen einzuräumen. Berufliche Bildung sei aber Teil der Integration.

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