Gladbach ist nicht nur eine Karnevals-Hochburg, sondern derzeit auch die NRW-Stadt mit den meisten Grippemeldungen.

Mönchengladbach. Mönchengladbach ist ein knallroter Fleck auf der Grippe-Landkarte des NRW-Instituts für Gesundheit und Arbeit. Die Stadt führt die Negativliste der gemeldeten Fälle von Influenza deutlich an. 54Meldungen pro 100000Einwohner ist der aktuelle Stand der vergangenen Kalenderwoche (Minden-Lübbecke folgt z.B. mit lediglich 16 Meldungen).

Total sind seit Anfang des Jahres 150 Laborbefunde der meldepflichtigen Krankheit ermittelt worden (2008 waren es im gleichen Zeitraum 9, die Grippewelle also zum Jahresbeginn schon deutlich abgeflacht).

Und der Begriff Laborbefunde deutet an, warum diese unscheinbaren Zahlen nur einen vagen Eindruck der tatsächlichen Zahlen geben können. Denn nur wer tatsächlich zum Arzt geht, bei dem dann Herr oder Frau Doktor einen Abstrich macht und ein Labor die Influenza-Viren nachweist, findet sich in der Statistik wieder.

Das Landesinstitut geht davon aus, dass 95 Prozent der Grippefälle gar nicht erst im Labor untersucht werden. Möglich ist allerdings auch, dass ein in der Stadt ansässiger besonders labor-freundlicher Arzt die Zahlen nach oben treibt.

So oder so dürften die tatsächlich Erkrankten gerade jetzt an Karneval noch einmal mit ihrer ansteckenden Feierlaune für weitere Betroffene sorgen. Kirsten Bradt, Ärztin beim NRW-Institut, sah in den vergangenen Wochen "die Grippewelle eher abebben". Aber Altweiber heute und die folgenden Tage werden das ändern.

Sie wird von Influenza-Viren verursacht, ein grippaler Infekt durch andere Erreger. Sie wird über Tröpfchen, die beim Ausatmen oder Husten fliegen, übertragen. Jedes Jahr sterben tausende in Deutschland daran.

Der Brechdurchfall lässt Kranke Flüssigkeit und Salz verlieren und kann z.B. bei Älteren zu Herz-Kreislauf-Versagen führen. Der Virus wird vor allem über Stuhl und Kontaktstellen wie Türklinken übertragen. Absolute Hygiene kann helfen.

Gleiches gilt für den Noro-Virus. Der Darmvirus hat nach letzten Meldungen in diesem Jahr 212Gladbacher erwischt (2008 waren es im gleichen Zeitraum 194). Auch hier gehen die Experten von einer hohen Dunkelziffer aus. Viele Menschen gingen mit Durchfall nicht zum Arzt.

Die Zahl der Kranken dürfte sich an Karneval potenzieren. "Ein Kranker steckt beispielsweise fünf Leute an, die fünf wieder fünf, das geht sehr schnell", warnt Bradt.

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