Nicht alle Fraktionen wollen morgen über die langfristige Zukunft abstimmen.

Mönchengladbach. Die Fraktionsvorsitzenden sollen morgen die Schulbank drücken. Für die Verantwortlichen der Gesamtschule Stadtmitte ist es eine wichtige Prüfung. Sie haben die Politiker zu sich eingeladen, weil sie auf eine klare Entscheidung in der Sondersitzung des Schulausschusses am gleichen Tag hoffen.

Dort geht es um die Frage des Schulstandorts, kurz bevor die Anmeldung für die Gesamtschulen beginnt. Der ursprüngliche Beschluss im Jahr 2010 sah einen Doppelstandort an der Aachener Straße 52 und 179 vor. Die Sekundarstufe eins sollte in dem einen, die Sekundarstufe zwei in dem anderen bestehenden Schulgebäude untergebracht werden.

Zuletzt waren aber neue mögliche Standorte, und zwar etwa durch den Tausch mit anderen Schulen, ins Spiel gekommen. Sie alle wurden für die morgige Sondersitzung von der Verwaltung durchgerechnet (die WZ berichtete). Von der Stadt favorisiert wurde dabei der Tausch mit der Geschwister-Scholl-Realschule als „wirtschaftlichste Lösung“.

SPD und Grüne bevorzugen weiter den Tausch mit der Realschule

Genauso sehen es auch SPD und Grüne nach weiteren Beratungen. Sie bevorzugen diese Variante. „Es ist ein guter und belastbarer Vorschlag“, nannte ihn der grüne Fraktionsvorsitzende Karl Sasserath.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Lothar Beine betonte gestern noch einmal, die SPD habe kein Problem, „eine Entscheidung zu treffen“. Er forderte erneut die anderen politischen Kräfte auf, morgen zu entscheiden: „Wir haben als Politik eine Verantwortung gegenüber den Eltern.“ Sasserath sieht sonst für die Gesamtschule Stadtmitte einen „Standort-Nachteil“ angesichts der kommenden Anmeldephase für die weiterführenden Schulen.

CDU und FDP wollen finanzierbare Varianten später beraten

Ein Angebot des Architekturbüros Schrammen für einen Neubau bewertet die Verwaltung derzeit noch. Die SPD hat sich bereits klar dagegen positioniert. Die FDP will die Schrammen-Idee nicht bewerten, bevor sie nicht alle Informationen hat. Die FWG hält das Angebot für schlicht „nicht notwendig“.

Bei CDU, FDP und FWG zeichnet sich jedoch eine Ablehnung der Verwaltungsvorlage ab. CDU und FDP sehen keinen dringenden Handlungsbedarf. Der Betrieb der Gesamtschule sei für weitere zwei Schuljahre am alten Standort gesichert. Vier Klassen könnten beispielsweise in Übergangs-Containern untergebracht werden. Ansonsten wolle und könne man über Dinge, die den Haushalt 2015 beträfen, auch erst entscheiden und abstimmen, wenn der Haushalt 2015 beraten werde.

Grundsätzlich sehe man nur zwei Lösungen als plausibel, so die schulpolitische Sprecherin der Liberalen, Nicole Finger. „Der Schultausch oder die Sanierung der katholischen Hauptschule wären mögliche Varianten“, so die designierte Fraktionsvorsitzende.

Die FWG will beim alten Beschluss von 2010 mit zwei Standorten an der Aachener Straße bleiben – auch für die längere Zukunft. Das sei die absolut kostengünstigste Lösung, sagt der Fraktionsvorsitzende Bernd Püllen. Es gebe keinen Grund, diesen Beschluss zurückzunehmen.

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