Mustafa A. sorgt für Wende in Verfahren um Geiselnahme und Misshandlung.

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Mustafa A. sorgt für Wende in Verfahren um Geiselnahme und Misshandlung.

Mustafa A. sorgt für Wende in Verfahren um Geiselnahme und Misshandlung.

dpa

Mustafa A. sorgt für Wende in Verfahren um Geiselnahme und Misshandlung.

Mönchengladbach. Im Prozess um Geiselnahme, Erpressung, Bedrohung und Misshandlung gegen vier Türken und einen Deutschen aus Mönchengladbach hat es eine überraschende Wende gegeben. Nachdem die Richter vorher einer Mauer des Schweigens gegenübersaßen, hat nun – kurz vor Prozessende – Mustafa A. (30) geredet. Er wolle sich noch einmal beim Opfer Murat K. entschuldigen, sein Gewissen plage ihn.

Er wollte mit der Freundin zusammen sein

Dann erzählt er von der Nacht des 1. zum 2. Februar 2010. Von einem Streit über 3000 Euro, die sein Bekannter Mahmut T. (31) vom Opfer zu bekommen gehabt hätte. „Bei uns Türken stehen Ehre und Stolz an erster Stelle“, erklärt er – der einzige Deutsche in der Gruppe.

Dazu gehöre es auch, solche Dinge zu regeln. Er habe nicht gewusst, was geschehen sollte, als Mahmut T. ihn in der Nacht angerufen habe. Und er habe keine Lust gehabt, ans Telefon zu gehen, weil er sich anschickte, sich mit der Freundin zu treffen.

Trotzdem sei er zu dem Parkplatz der A 61 gefahren, wo in einem anderen Auto die Mitangeklagten und das Opfer warteten. „Ich sah, dass er schon verprügelt worden war, habe ihm auch erst mal eine Ohrfeige gegeben“, erklärt er. In zwei Autos sei es dann weitergegangen, bei einem Halt in einem Waldstück bei Eicken habe es weitere Prügel gegeben, dann sei T. mit dem Opfer bei ihm eingestiegen. Seine Freundin habe verängstigt auf dem Beifahrersitz gesessen und nichts gesagt. Schließlich habe T. eine Pistole gehabt, von der er nicht wisse, ob sie „echt oder mit Gas“ gewesen sei. „Wir fahren erst weg, wenn ich fertig bin“, zitiert A. den Bekannten.

Er habe später versucht, dem Opfer zu helfen. Zwischenzeitlich habe T. die Autotür geöffnet und das Opfer hinausstoßen wollen.

Alle mutmaßlichen Täter wollen jetzt reden

Die fünf Täter aus Gladbach müssen mit Haftstrafen von fünf Jahren an aufwärts rechnen – die noch Heranwachsenden unter ihnen mit entsprechend weniger. Donnerstag wird der Prozess fortgesetzt.

Dass seine damalige Freundin nun, nachdem er das Schweigen gebrochen hat, auch aussagen soll, ist ihm unangenehm. Er ist verheiratet, hat eine Tochter (6). Aber binnen einer halben Stunde ist die junge Frau ins Gericht gebracht worden.

Sie bestätigt die Aussagen von Mustafa A. so genau, dass der Verteidiger von Mahmut T. vermutet, es könne sich um eine abgesprochene Aussage handeln. Das bestreitet die 21-Jährige. Diese halbe Stunde Prozesspause müssen die vier Angeklagten, die noch schweigen, in Arrestzellen verbringen.

Nach der Aussage der Freundin kündigen die vier Anwälte unisono an, dass am nächsten Donnerstag, wenn der Prozess fortgesetzt wird auch ihre Mandanten ihr Schweigen brechen werden.

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