Ist am Samstag der Tag der Liebe? Oder geht es nur um Konsum? Die WZ hat bei den Gladbachern nachgefragt.

Anneliese Baumann (72) findet, man sollteam Samstag zu allen nett sein.
Anneliese Baumann (72) findet, man sollteam Samstag zu allen nett sein.

Anneliese Baumann (72) findet, man sollteam Samstag zu allen nett sein.

Anneliese Baumann (72) findet, man sollteam Samstag zu allen nett sein.

Mönchengladbach. Hinter der Glasscheibe liegt eine riesige Auswahl an silbernen Ketten, Diamantringen und Perlenohrringen. Davor stehen Christian Krützberg (22) und seine Freundin Corinna (20). Die zwei sind am Samstag extra nach Mönchengladbach gefahren, um gemeinsam Valentinsgeschenke auszusuchen. "Wir möchten, dass es ein ganz besonders schöner Tag wird. Und damit keiner von seinem Geschenk enttäuscht ist, suchen wir es einfach gemeinsam aus", sagt Corinna.

Geht es also tatsächlich nur um die Geschenke? "Natürlich nicht, aber es gehört dazu", sagt Christian, schenkt seiner Herzdame einen verliebten Blick und erzählt weiter: "Aber wir werden den ganzen Tag noch viele andere schöne Sachen machen."

"Es geht nicht darum, dass man viel Geld ausgibt, sondern nur darum, dass man sich Gedanken macht und etwas Persönliches findet."

Ein Glück für alle Verliebten, dass der Valentinstag in diesem Jahr auf einen Samstag fällt. So haben Pärchen viel Zeit füreinander. "Ich werde meiner Frau morgens ein schönes Frühstück ans Bett bringen, aber teure Geschenke machen wir uns nicht. Das haben wir auch noch nie", sagt Dieter Doomer (51). Der gebürtige Gladbacher sieht den Tag als "vorübergehenden Trend". Mit dieser Meinung steht er nicht alleine.

Auch Mareile Jäger (34) hält nichts von übertriebenem Konsumwahn: "Ich schenke meinem Freund eine Kleinigkeit. Es geht nicht darum, dass man viel Geld ausgibt, sondern nur darum, dass man sich Gedanken macht und etwas Persönliches findet." Viele Frauen werden wohl trotzdem am Samstag mit dem obligatorischen Blumenstrauß Vorlieb nehmen müssen. "Das finde ich gar nicht schlimm", so Hans Stramden (34), "nichts sagt mehr ‚Ich liebe dich’ als rote Rosen."

Erst seit wenigen Jahren ist das Valentinsfieber auch in Deutschland angekommen. Von roten Plüschherzen mit "I love you"-Schriftzug bis hin zu Herzformen für Spiegeleier wird alles verkauft, mit dem man seinem Liebsten eine Freude machen kann.

Einfach mal einen Tag lang besonders nett zu anderen sein

Anders, als oft behauptet, ist der Valentinstag keine Erfindung der Blumen, Schmuck- und Süßwarenhersteller. Tatsächlich lassen sich seine Wurzeln bis zu den alten Römern zurückverfolgen. Namensgeber ist wahrscheinlich der Heilige Valentin von Terni, der im dritten Jahrhundert nach Christus Verliebte christlich traute - darunter auch Soldaten, die unverheiratet bleiben mussten. Am 15. Februar 269 wurde er auf Befehl Kaiser Claudius II. enthauptet und ist damit ein christlicher Märtyrer.

Doch nicht nur junge Leute finden Gefallen am "Tag der Liebe". "Ich finde es gut, dass man an einem Tag ganz besonders nett zueinander ist. Das sollte man aber nicht nur zu seinem Mann oder seiner Frau sein, sondern zu allen Menschen", sagt Anneliese Baumann (72). An keinem anderen Tag des Jahres sieht man so viele strahlende, aber auch so viele traurige Gesichter.

Singles haben schlechte Karten ... "Ich bin alleinstehend und finde es nicht schön, überall diese Herzchen und all das sehen zu müssen. Ich versinke aber nicht in Traurigkeit, sondern verbringe den Tag mit meiner Schwester. Wir machen einen Frauentag!", freut sich Lucia Pusch (50).

Egal, ob man den heutigen Tag mit vielen, teuren Geschenken feiert, mit der Familie begehen oder ruhig in trauter Zweisamkeit verbringen möchte, in einem sind sich alle Gladbacher einig: Man sollte ihn mit seinen Lieben verbringen!

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